Punk-Rock wie in alten Zeiten

Bevor die „Derita Sisters“ die Bühne betraten, heizte die Band Pottriddim in der Stockumer Schule ein.
Bevor die „Derita Sisters“ die Bühne betraten, heizte die Band Pottriddim in der Stockumer Schule ein.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Die kalifornische Band „Derita Sisters“ spielte zum Start ihrer Deutschlandtournee in Voerde. Mit dabei beim Konzert in der Stockumer Schule waren die Bands Pottriddim und Rockwohl Degowski.

Voerde. Die Antwort auf die Frage „Do you remember me?“ des Lead-Sängers von „Derita Sisters“ war eindeutig: Das Publikum konnte sich am Samstag in der Stockumer Schule in Voerde noch sehr gut an die Punk-Rock-Band erinnern und gab ihnen das auch eindeutig zu verstehen. Das erste Mal seit neun Jahren betrat die Band aus Kalifornien wieder deutschen Boden und wurde von begeisterten Zuschauern empfangen. Mit diesem Auftritt begann ihre Deutschland-Tour, unter anderem mit Terminen in Berlin und Dresden, just in Voerde.

Abgedreht und unvergesslich

Grund für die Wahl des Ortes war der zweite Gitarrist Frank, der seit 2001 dabei ist und eine ganz besondere Verbindung zu der Stockumer Schule hat: Seine zweite „alte“ Band heißt „Weekly Carouse“, die sich vor fünf Jahren vorläufig auflöste und sich nun als Vorband der „Derita Sisters“ wieder in der Stockumer Schule, der Geburtsort ihrer musikalischen Karriere, zusammen fand.

Bevor beide Bands rund um Frank, Gitarrist und Sänger, aber ihren Auftritt hatten, heizte „die beste Band, die mit P anfängt“ (Pottriddim) allen Anwesenden so richtig ein. Die fünf sympathischen Jungs aus Mülheim spielen eine Mischung aus Death Reggae und Ska Metal, wobei sie sich selbst nicht sicher sind, in welche Richtung ihre Musik genau geht. Viel wichtiger ist ihnen der Spaß auf der Bühne, und mit den Songs „Kopp kaputt“ oder „Daneben“ bewiesen sie beim Konzert, dass sie genau den beim Musik-Machen haben. So erwies sich die „mittelmäßige Musik für Leute ohne Erwartungen“, wie der Gitarrist Thorsten sich und seine Freunde angekündigt hatte, als perfekter Einstieg in den Abend.

Es folgte der lang ersehnte Auftritt der Band „Weekly Carouse“. Die vier Punk-Opas spielten zehn Jahre alte Songs, wie „Cheapstage 41“, eine Hommage an die Stockumer Schule – ansässig an der Schafstege 41 – einen Song für die über 40-Jährigen, aber auch Songs ihrer neuen Platte „Back to CaliVOERDia“ und standen dabei den anderen Bands in Sachen Power in nichts nach. Keine Anzeichen der Alterserscheinungen, dafür Stimmung pur.

Etwas abgedrehter versuchte die Punk-Rock-Band „Rockwohl Degowski“ aus Voerde und Bottrop den Abend zu einem unvergesslichen zu machen. Dabei traten Songs wie „Depression“ aber in den Hintergrund, als sich Gitarrist René seine Uniform auszog und mit einer kaputten Bierflasche seinen Oberkörper blutig kratzte.

Mit Stil begeisterten dagegen die „Derita Sisters“ passend zu Mitternacht. Frank, neu eingekleidet in Anzug und mit Sonnenbrille und Hut, präsentierte sich mit seinen drei Kollegen und echten Punk Rock Songs.

Ein durchaus gelungener Abend, an dem die Bands alte Zeiten aufleben ließen und das Publikum ordentlich in Schwung brachten.

 
 

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