Planungen für Betuwe-Linie in Dinslaken dem Bund zur Prüfung übergeben

Die Bahn hat jetzt ihre Pläne für das Betuwe-Teilstück Dinslaken an das Eisenbahnbundesamt übergeben. Dort werden die Planungen nun geprüft.
Die Bahn hat jetzt ihre Pläne für das Betuwe-Teilstück Dinslaken an das Eisenbahnbundesamt übergeben. Dort werden die Planungen nun geprüft.
Foto: NRZ
Die Planungen für den Ausbau-Abschnitt Dinslaken der Betuwe-Linie werden am Freitag dem Eisenbahnbundesamt übergeben. Dieses wird dann das Vorhaben der Bahn prüfen, die gegebenenfalls nachbessern muss, bevor die Bezirksregierung Düsseldorf die Akten auch noch einmal unter die Lupe nimmt.

Dinslaken. Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung über das Betuwe-Vorhaben der Bahn holte Projektleiter Stefan Ventzke eine Nachricht aus dem Gepäck: Am Freitag wird die Bahn beim Eisenbahnbundesamt die Pläne für den Ausbau der Betuwelinie im Abschnitt Dinslaken einreichen, verriet Ventzke der NRZ. Damit ist das Verfahren zum Ausbau der Bahnstrecke dann offiziell aufs Gleis gesetzt.

Doppelte Prüfung

Das Bundesamt wird dann das Vorhaben der Bahn prüfen, die gegebenenfalls nachbessern muss, bevor die Bezirksregierung in Düsseldorf die Akten auch noch einmal unter die Lupe nimmt. Dann wird es im Rahmen der Planfeststellung eine ausführliche Bürgerinformation geben, bevor die Pläne öffentlich ausgelegt werden und Bürger ihre Einwände einreichen können. Da die Bahn die Fristen für Auslegung und Widersprüche nicht in die Ferien legen will, ist damit zu rechnen, dass Bürgerinformation und öffentliche Auslegung nach den Sommerferien terminiert werden.

Dass die Bahn im Vorfeld mit ihrer Wanderausstellung jetzt im Dinslakener Rathaus über ihr Vorhaben informiert, findet Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz begrüßenswert und notwendig. „Das Thema Betuwe ist schon eine Materie, mit der man sich intensiv beschäftigen muss. Mit der Klarheit, die durch eine solche Ausstellung geschaffen werden kann, weichen vielleicht auch die Ängste und Sorgen, die in Zusammenhang mit der Betuwe in Dinslaken weit verbreitet sind“, so Palotz bei der Begrüßung des Bahn-Projektleiters.

Bahn will Bürgern Stand der Dinge beim Lärmschutz mitteilen

Der versprach, den Betroffenen Rede und Antwort stehen zu wollen. So sei die Wanderausstellung, die Pläne, Verfahren und Zusammenhänge erklärt, bereits in anderen Strecken längs der Betuwe zu sehen gewesen. Die jetzt in Dinslaken eingerichtete Bürgersprechstunde, in deren Rahmen Fragen von Bürgern beantwortet werden sollen, sei aber ein Novum. Zwar könne man hinsichtlich der ausstehenden Prüfungen durch Eisenbahnbundesamt und Bezirksregierung noch keine rechtssicheren Auskünfte geben, will Bürgern aber den Stand der Dinge etwa hinsichtlich des Lärmschutzes mitteilen. „Wer zu uns kommt, dem können wir etwa sagen, ob wir in seinem Grundstücksabschnitt eine Lärmschutzwand planen“, versprach Ventzke. Gleichwohl machte er keine Hoffnung, dass aktuelle Bedenken und Anregungen noch in die Planung aufgenommen werden. Schließlich werden die Unterlagen heute eingereicht. „Derzeit ist Redaktionsschluss“, so Ventzke.

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Darüber hinaus machte Heinz Mülleneisen von der Bürgerinitiative „Betuwelinie - so nicht!“ noch einmal darauf aufmerksam, dass jetzt geäußerte Bedenken keinesfalls mögliche Widersprüche im Planfeststellungsverfahren ersetzen können. Zwar könne man sich jetzt im Vorfeld informieren und das persönliche Gespräch suchen, verlässliche Auskünfte und die Möglichkeit des Widerspruchs gebe es aber erst im Planfeststellungsverfahren selbst.

Zugang zum dritten Gleis am Bahnhof Dinslaken wird barrierefrei

Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz nutzte am Rande die Gelegenheit, Stefan Ventzke nach der Barrierefreiheit für den Dinslakener Bahnhof zu fragen. Der stellte in Aussicht, dass der neu zu bauende Zugang zum dritten Gleis barrierefrei werden wird. Werde man sich vorher über die Finanzierung des Aufzugs für den bestehenden Bahnsteig einig, stehe die Bahn „Gewehr bei Fuß“, die Planung auch vor der Realisierung der Betuwe-Linie zügig anzugehen.