Ohrwürmer in der Kathrin-Türks-Halle

Der MGV Liederkranz präsentierte in der Stadthalle Dinslaken ein kurzweiliges Programm.
Der MGV Liederkranz präsentierte in der Stadthalle Dinslaken ein kurzweiliges Programm.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Der MGV Liederkranz „infizierte“ sein Publikum in der Kathrin Türks-Halle mit eingängigen Melodien

Dinslaken..  „Achtung Ohrwürmer! Der MGV Liederkranz infiziert Sie alle!“ lautete die Vorwarnung des Chors, der unter der Leitung von Stefan Büscherfeld nicht zu viel damit versprochen hatte, denn das Motto des Konzertes war am Sonntag mit vielen bekannten Melodien in der Kathrin-Türks-Halle Programm. Verantwortlich für die Ohrwürmer waren neben dem MGV Liederkranz Barmingholten das Ensemble Pomp-A-Dur von Sigrid Althoff, das seine musikalische Vielfalt aus Klavier, Klarinette, Violine und Cello mit einem ebenso vielfältigen Repertoire vereinte, sowie die Sopranistin Christiane Linke und der Tenor Stefan Lex, der charmant und humorvoll moderierte.

Die Begeisterung des Publikums war von Anfang an groß: Der MGV berührte mit „Wo Liebe ist, wird Frieden sein“ und einem großartigen Tenorsolo von Friedrich Kordemann. Das Ensemble Pomp-A-Dur überzeugte mit Spielfreude und virtuoser Ausdrucksstärke. Gemeinsam mit Stefan Lex und Christiane Linke entführten die Musikerinnen die Zuhörer in die Welt der Operetten. Mit ihren Stimmen füllten die beiden Sänger den Saal und machten die Kathrin-Türks-Halle zum Opernhaus. Beeindruckend erklang Lex‘ „La donna e mobile“ und Christiane Linke bekam für ihr „Viljalied“, das sie mit ihrer hellen und klaren Sopranstimme gefühlvoll sang, viel Applaus. Der Chor und seine musikalischen Gäste überzeugten auch gemeinsam bei der Operette „Maske in Blau“: gute Harmonien, ein stimmiges Miteinander von Gesang und Instrumenten.

Den Akteuren gelang der Balanceakt, die verschiedenen Stimmungen der schnell aufeinander wechselnden Stücke auszutarieren und mal schwungvoll, mal sanft zu interpretieren.

Ebenso kurzweilig gestaltete sich der zweite Teil des Konzerts. Der MGV nahm sich mit dem humoresken Stück „Wir sind die alten Säcke“ augenzwinkernd selbst auf die Schippe, hatte der Chor doch zuvor schon bewiesen, dass er längst noch nicht zum alten Eisen gehört, denn mit Liedern wie „Männer“ von Herbert Grönemeyer und „Geboren um zu leben“ hat der MGV auch moderne Lieder im Repertoire und verleiht ihnen einen neuen Klang.

Lebensfreude

In Szene setzte auch das Ensemble Pomp-A-Dur seine Stücke, ließ beim „Klarinettenmuckl“ und bei den „Zigeunergeigen“ die jeweiligen Instrumente als Solisten aufspielen und zeigte bei „Wien bleibt Wien“ pure Lebensfreude. Für Gänsehaut sorgten Stefan Lex und Christiane Linke mit ihrem Duett „Tonight“ aus dem Musical „Westside Story“. Genauso eindringlich und berührend war das rein instrumentale Duett von Sigrid Althoff und Stefan Büscherfeld: Ihre Interpretation von „Memory“ war ein Ohrenschmaus. Das galt auch für den romantischen Schlussakkord und der gemeinschaftlichen Darbietung von „Abendfriede am Rhein“. Nach lang anhaltendem Beifall bekamen die begeisterten Zuhörer noch eine Zugabe – und der eine oder andere sicherlich auch einen Ohrwurm.

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