Nur die Waschmaschine wird nicht genommen

Corinna Meinold
Ralf Baßfeld (li.) und Ulrich Viswat machten sich direkt an die Reparatur einer Lampe.
Ralf Baßfeld (li.) und Ulrich Viswat machten sich direkt an die Reparatur einer Lampe.
Foto: WAZ Fotopool
Im Betsaal Bruch ging zum ersten Mal das Repair Café an den Start. Initiator Udo Radmacher war von der großen Resonanz ein wenig überrascht. Haushaltsgeräte und Fahrräder werden gegen eine Spende repariert.

Dinslaken.  „Schön, dass Sie da sind!“ Mit diesen Worten, einem kaputten Schrubber und einer defekten Aktentasche in der Hand kam Birgit Scholz gestern morgen in den Betsaal Bruch an der Wilhelminenstraße. Schon um kurz nach zehn Uhr wurde hier im Repair Café der evangelischen Kirchengemeinde, das gestern eröffnet wurde, fleißig gewerkelt und geschraubt. Von einer derartigen Resonanz war Initiator Udo Radmacher dann doch ein wenig überrascht, auch wenn seine Idee im Vorfeld bereits gut angekommen war. Sieben Ehrenamtliche bieten mit dem Repair Café ab jetzt einmal im Monat eine Anlaufstelle für Bürger an, um defekte Haushaltsgegenstände wie Lampen, Toaster und Textilien oder Fahrräder gegen eine Spende reparieren zu lassen.

Jedes Gerät bekommt eine Nummer

Man könne mit allem kommen, was tragbar sei, so Radmacher, nur nicht mit der Waschmaschine auf der Sackkarre. Jedes Gerät wird vor der Reparatur mit einer Nummer versehen, der Besitzer muss ein Formular mit Fehlerbeschreibung ausfüllen und bekommt einen Abholbeleg. Davon machten zahlreiche Bürger gestern Gebrauch. Bereits zur Eröffnung wurde deutlich: Die Ehrenamtlichen haben alle Hände voll zu tun. „Wir könnten noch ein paar Leute gebrauchen“, ist sich Udo Radmacher sicher, besonders im Bereich Radio- und Fernsehtechnik oder zum Empfang und der Betreuung der Kunden.

Lange muss Birgit Scholz aber nicht warten, bis Schrubber und Aktentasche wieder funktionstüchtig sind. Manchmal seien es nur Kleinigkeiten, weiß Radmacher. So auch bei der Tasche: Der lose Griff wurde mit einer Schraube fixiert, sie sieht aus wie neu. Birgit Scholz ist glücklich über die neue Anlaufstelle – denn man habe immer irgendwelche Kleinigkeiten, die repariert werden müssten – und sie ist froh, dass sie die Tasche nicht wegwerfen muss. Daher gibt sie für die Reparatur auch gerne eine Spende. Das Geld wird in neues Werkzeug investiert. Vieles werde viel zu früh weggeworfen, kritisiert Radmacher.

Das Repair Café, das es auch in Bruckhausen schon seit einiger Zeit gibt, möchte diesem Trend entgegen wirken und für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Dabei versuchen die Ehrenamtler, die mit viel Spaß und Engagement bei der Sache sind, ihr Wissen auch an die Kunden weiterzugeben, die nach Möglichkeit in die Reparaturmaßnahmen einbezogen werden sollen.

Wer lieber warten möchte, kann dies bei Kaffee und Kuchen tun – der Name des Repair Cafés ist Programm.