„Nicht nur auf dem rechtenAuge blind“

Voerde.  „Bei mir entsteht der Eindruck, dass einige Politiker in Voerde nicht nur auf dem rechten Auge blind sind. Sondern mit fadenscheinigen Argumenten, wie ach so hohen Kosten, versuchen, eine Aufarbeitung der Geschichte zu verhindern.“ Deutliche Worte, mit denen der Voerder Ratsherr Stefan Meiners - ausdrücklich nicht im Namen seiner Grünen - einige „konservative und liberale Kollegen in der Voerder Politik“ angreift, die sich gegen die Umbenennung der Hindenburgstraße aussprechen (Lokalseite 1).

Es sei „beschämend, wie hier Geschichte umgedeutet wird und wie konservative Traditionalisten versuchen, überkommenes und falsches Geschichtsverständnis zu erhalten“, so Meiners. Er erinnert daran, dass 1933 die nationalsozialistische Verwaltung von Voerde veranlasste, aus der Provinzialstraße die Hindenburgstraße zu machen. „Ungefähr zehn Jahre später wurde mit dem Buschmannshof ein Kinderlager errichtet, in dem gut 100 Kinder wegen Kälte, Hunger und Krankheiten den Tod fanden“, erinnert Meiners. Und argumentiert weiter: „Es ist bezeichnend, dass es dieselben konservativen Wortführer sind, die 1987 aktiv gegen ein Mahnmal für die Kinder vom Buschmannshof waren, die sich heute auch als Wortführer gegen die Umbenennung der Hindenburgstraße präsentieren.“

Zur Aufarbeitung der Geschichte gehöre es, sich von dem falschen Mythos Hindenburg zu verabschieden. Das Kostenargument gegen die Umbenennung hält Meiners für vorgeschoben. Außerdem kritisiert er, dass Politiker, die beim Thema Sportplatzverlagerung rund 3000 gesammelte Stimmen nicht anerkannten, jetzt die angebliche Stimme der Bürgerschaft ins Feld führen wollen.

 
 

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