Nicht immer für Autofahrer planen

Michael Turek

Dinslaken.  Die gestrige Sitzung des Planungsausschusses soll auch ein Zeichen nach draußen gewesen sein. Einziger Punkt auf der Tagesordnung war die geplante Umgestaltung des Bahnhofsplatzes. Auch wenn CDU und SPD ankündigten, sie werden sich auf ihren Klausurtagungen Anfang April intensiv mit dem Thema befassen, wollte man den Bürgern eines klar machen: Es ist noch nichts entschieden, alles ist noch im Fluss und die Bürger erhalten die Gelegenheit, sich zur Umgestaltung des Platzes zu äußern (siehe Box).

Überflüssig war die Sitzung keinesfalls. Sie zeigte deutlich auf, worum es geht, worum es Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz geht. Dazu gehören die Stichworte Funktionalität und Aufenthaltsqualität. Anlass für das ganze Projekt sei ja die Erkenntnis gewesen, dass der Platz mit Busbahnhof, Straßenbahn, Individualverkehr und Parkplätzen Defizite aufweist. Man verfolge mit dem Stadtentwicklungskonzept das Ziel, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern. Dazu gehöre auch der Platz am Bahnhof. Und mit der Fläche vor der Neutor-Galerie sowie dem Rutenwall sei es schon gut gelungen. Die Idee, die auch dahinter steckt, ist die, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Seit 50 Jahren, so Palotz, würden die Städte für den Autoverkehr geplant. Fußgänger und Radfahrer sowie Nutzer des ÖPNV spielen bislang eine untergeordnete Rolle. Das soll sich ändern, man solle „nicht immer durch die Windschutzscheibe denken“, sagte Palotz.

Autofahrer und Taxen fahren nun über die Bahnstraße, um zum Eingang des Bahnhofs zu gelangen. Das wurde oft bemängelt. Palotz verteidigt es. Auf der Bahnstraße würden heute viele Stellplätze von Dauerparkern blockiert. Man werde ein größeres Parkangebot erhalten, weil man die Fläche neben dem bestehenden Park & Ride-Parkplatz mit nutzen wolle. Die Straßenbahn brauche sie nicht unbedingt. Das würde dazu führen, dass die Flächen auf der Bahnstraße für Kurzparker vorbehalten bleiben.

Für die SPD-Fraktion machte Sezgin Özen deutlich, dass für sie die Funktionalität Vorrang vor der Aufenthaltsqualität habe. Anders als der Neutorplatz, müsse die Fläche vor dem Bahnhof eine andere Funktionalität haben. Man brauche eine optimale Funktionalität, die Aufenthaltsqualität sollte dabei nicht das Wichtigste sein, so Özen. Würden die Pläne so umgesetzt, werde man ein Riesenproblem an der Einmündung Bahnstraße/Wilhelm-Lantermann-Straße bekommen. Schon heute sei es schwierig, von der Bahnstraße kommend links auf die Wilhelm-Lantermann-Straße einzubiegen.

Für Stephan Buchmann (CDU) sind Funktionalität und Aufenthaltsqualität keine Gegensätze. Und: Warum muss denn der Eingang zum Bahnhof bleiben wo er heute ist? Er könne ja auch verlegt werden, hin zum Wendehammer der Bahnstraße.