Narrenhochburg Voerde

Sonne satt gab es am Tulpensonntag beim Karnevalszug in Voerde.
Sonne satt gab es am Tulpensonntag beim Karnevalszug in Voerde.
Foto: Funke Foto Services
Rund 40 000 Zuschauer kamen zum Karnevalszug in die Innenstadt. Petrus bescherte mit Sonne satt und milden Temperaturen Bilderbuchwetter.

Voerde..  Das Wetter hätte es mit den Karnevalisten am Tulpensonntag nicht besser meinen können. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen versammelten sich schon früh einige Tausend Jecken entlang der Bahnhofs- und der Friedrichsfelder Straße. Um 11.11 Uhr setzte sich der närrische Lindwurm schließlich in Bewegung. Rund 40 000 Närrinnen und Narren – darunter Freibeuter, Hexen, Cowboys, Prinzessinen und diverse andere Gestalten – säumten nach Polizeiangaben die Voerder Straßen, um dem Zug des 1. Voerder Karnevalsvereins (VKV) und seiner Gäste vom Wegesrand aus zuzuschauen und auf Kamellefang zu gehen.

Über Stadtgrenzen hinaus bekannt

Der Dinslakener Karnevalsverein Blau-weiß glitt auf einem mächtigen Piratenschiff durch die Voerder Innenstadt. Die Hiesfelder erschienen traditionsgemäß veilchen-farben und auch die Pinguine feierten trotz der Temperaturen ordentlich mit. Ebenfalls dabei waren die Jecken aus dem Golddorf Hünxe. Nach dem offiziellen Zug ging die Veranstaltung nahtlos in den Straßenkarneval über. Während es auf den Hauptstraßen etwas leerer wurde, ging es am Kreisverkehr um den Edeka-Center weiter hoch her.

Dass der Voerder Karneval weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist, bewiesen auch in diesem Jahr die zahlreichen Besucher von außerhalb. „Die Atmosphäre ist einfach super. Alles ist so familiär“, schwärmte etwa Sandra Dezeeuw aus Moers, die sich an diesem Tag als Clown verkleidet hatte. Doch ebenso ist der Tulpensonntag für viele alteingesessene Voerder immer noch ein Highlight im Kalenderjahr. „Ich bin von klein auf hier. Damals hat mich meine Mutter mitgenommen. Dann habe ich meine Kinder mitgenommen“, berichtete Tanja Timmermann.

Des einen Freud ist des anderen Arbeit: Während die Karnevalisten ausgelassen feierten, waren wieder zahlreiche Einsatzkräfte, bestehend aus Polizei, Ordnungsamt, privatem Sicherheitsdienst und DRK, am Ort des Geschehens, um für einen runden Ablauf der Veranstaltung zu sorgen.

Das Glasverbot in ausgewiesenen Bereichen führte zwar zu weniger Verletzungen als im vergangenen Jahr, aber längst nicht alle Jecken zeigten sich einsichtig.

Insgesamt musste das DRK an diesem Sonntag 36 Mal Hilfe leisten, 11 Personen wurden vorerst in ein Krankenhaus gebracht. Insgesamt bewertete Werner Hülser (DRK) die Entwicklung - auch aufgrund des Glasverbots - aber als „sehr positiv“ im Vergleich zu den Vorjahren.

Einige Fälle von Körperverletzung und Beleidigung

Die Polizei verzeichnete auch in diesem Jahr nach dem Karnevalsumzug einige Körperverletzungs- und Beleidigungsdelikte. Drei Polizeibeamte wurden bei Widerständen durch alkoholisierte Zugbesucher leicht verletzt. Wie in den Vorjahren mussten einige Personen in Gewahrsam genommen werden.

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