„Müssen als Kirche aktiver werden“

Gemeinsam für den Frieden: (vl) Presbyteriumsvorsitzender Sven Hesse, Dechant Gregor Kauling und Pfarrer Armin von Eynern laden zum Ökumenischen Friedensgebet in der evangelischen Stadtkirche.
Gemeinsam für den Frieden: (vl) Presbyteriumsvorsitzender Sven Hesse, Dechant Gregor Kauling und Pfarrer Armin von Eynern laden zum Ökumenischen Friedensgebet in der evangelischen Stadtkirche.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Die Zehn-Minuten-Andacht in der Stadtkirche findet ab nächsten Freitag um 18 Uhr als ökumenisches Friedensgebet statt. Idee des Arbeitskreises wird umgesetzt

Dinslaken..  Die vielen Konflikte auf der Welt, ob in der Ukraine, im Nahen Osten oder woanders, sind allgegenwärtig, berühren uns täglich. „Wir müssen als Kirche wieder aktiver werden und die Fahne heraushängen für den Frieden“, sagt Pfarrer Armin von Eynern stellvertretend für die Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises Stadtmitte, wo die Idee für ein ökumenisches Friedensgebet geboren wurde. Dieser Ansatz wurde weitergetragen und mit Seelsorgern und Presbytern diskutiert.

Ergebnis: „Wir wollen die ökumenische Zehn-Minuten-Andacht freitags um 18 Uhr in der Stadtkirche wieder in den Fokus rücken und ihr in Form eines Friedensgebetes mehr Ausdruck geben.“ Darin sind sich Pfarrer Armin von Eynern, Pfarrer Sven Hesse als Vorsitzender des Presbyteriums der Ev. Kirchengemeinde Dinslaken und Dechant Gregor Kauling, leitender Pfarrer Katholische Kirchengemeinde St. Vincentius, einig.

Bereits während des Golfkriegs 1992 gab es knapp drei Monate lang ein ökumenisches Friedensgebet in der Stadtkirche, „mit guter Resonanz“, wie sich Armin von Eynern erinnert. Diese wünschen sich die Seelsorger auch jetzt wieder. „Die Weltsituation ist sehr heftig. Wir müssen den Menschen hier Räume öffnen für ein Friedensgebet“, sagt Gregor Kauling. „Das totale Chaos in der Welt macht uns handlungsunfähig“, so Sven Hesse. „Man spürt, wie der Krieg seine Arme bis zu uns ausstreckt“, nennt von Eynern den Konflikt zwischen Jesiden und Salafisten. „Das Thema rückt uns auf die Pelle.“

Leider stehe Dinslaken hier negativ im Fokus. „Der Dinslakener Appell war eine wichtige und richtige Maßnahme“, sind sich die drei Seelsorger einig. In der Bevölkerung wachse die Bereitschaft, nicht den Salafisten das Feld zu überlassen. Aus den Gemeinden sei deshalb auch der Wunsch gewachsen: „Wir wollen etwas machen!“ Neben den kommenden „Extrem-out“-Gesprächsforen der Stadt (gemeinsam gegen Salafismus) sei das ökumenische Friedensgebet ein weiterer Baustein, „um uns vernehmbar zu machen“, so Kauling. „Die Menschen kommen mit ihren eigenen Gedanken und Ideen und es sollen immer mehr werden.“

„Die Aktion ist nicht gegen den Islam gerichtet und es geht auch nicht um Schuldzuweisung“, erklärt Sven Hesse. „Frieden dorthin zu bringen, wo er hingehört, hat oberste Priorität.“ Armin von Eynern: „Wir haben etwas Gemeinsames. Das Vertrauen auf Gott verbindet uns. Frieden ist in allen Sprachen gleich und hat eine lange Tradition.“ Gregor Kauling: „Bei aller Unterschiedlichkeit der Religionen gilt es, den gemeinsamen Punkt zu finden. Dafür braucht es neue Initiativen des Gesprächs.“

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