Mit kaputter Hüfte läuft es nicht

Dinslaken..  Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als sich meine rechte Hüfte zum ersten Mal bemerkbar machte. Es war ein regnerischer Montagmorgen im Spätsommer 2011 und ich absolvierte gerade einen Tempodauerlauf in Vorbereitung auf den Marathon in Essen, bei dem ich eine neue Bestzeit aufstellen wollte. 15 Kilometer lang sollte die anstrengende Trainingseinheit werden, nach knapp zwei Dritteln der Strecke ging nichts mehr. Ein heftiger Schmerz in der Seite, gepaart mit einem deutlichen Ziehen und dazu Lähmungserscheinungen das ganze Bein herunter. Ich nahm die Geschwindigkeit heraus und schleppte mich so gut es eben ging nach Hause, ziemlich verärgert darüber, dass es mit dem Training nicht wie gewünscht geklappt hatte.

Dass es nicht nur bei einem verpatzten Lauf bleiben sollte, schwante mir erstmals, als ich nach dem anschließenden Duschen große Probleme hatte, zu Fuß die rund 800 Meter zur Redaktion zu bewältigen. Die Schmerzen verschwanden im Laufe des Tages wieder, aber alle Versuche in den nächsten Wochen wieder ein geregeltes Training aufzunehmen, scheiterten. Spätestens nach einer Viertelstunde lockeren Joggens warnte mich meine Hüfte mehr als deutlich vor weiteren Anstrengungen. Auch beim Tennis lief es nicht viel besser. Ging ich nur ein klein wenig in die Knie, machte die Leiste Probleme, bei größeren Ausfallschritten kam der Schmerz von außen.

Eingehende Untersuchungen

Was mir schon lange dämmerte, war mittlerweile nicht mehr zu verdrängen: Ohne ärztliche Hilfe ging es nicht weiter. In der Hüft-Sprechstunde im Dinslakener St. Vinzenz-Hospital bestätigte sich durch eingehende Untersuchungen, Röntgenaufnahmen und MRT das Dilemma: Cam-Impingement und Knorpelschaden lautete die Diagnose. Chefarzt Dr. Wolfgang Zinser schlug eine Hüft-Arthroskopie vor, bei der sich einige Wochen später das ganze Ausmaß des vorhandenen Schadens noch deutlicher zeigte. „Versuch einer gelenkerhaltenden Maßnahme“ – an die nicht gerade optimistisch klingenden Zeilen im OP-Bericht kann ich mich noch gut erinnern. Und auch die Mienen der Ärzte wirkten anschließend alles andere als freudestrahlend. Kann ich wieder Tennis spielen? Hmmh, besser nicht! Wie sieht’s mit dem Laufen aus? Würden wir auch eher sein lassen…

Die Mediziner im Vinzenz konnten damals natürlich nicht genau wissen, wie der Heilungsprozess verlaufen würde, noch wie belastbar mein „ramponiertes“ Hüftgelenk auf Dauer sein könnte. Aber wenn die Arthroskopie seinerzeit ein Versuch war, so kann der mittlerweile wohl als gelungen bezeichnet werden. Mit der Hilfe des engagierten Dinslakener Physiotherapeuten Christopher Ernst, dem geduldigen, täglichen Verweilen in einer Motor-Bewegungsschiene, sechs Wochen mit Gehhilfen, in denen ich schon häufiger wieder auf dem Ergometer trainierte, und dem späteren langsamen Ausbau von leichten Laufeinheiten, wurde ich wieder fit.

Beschwerden im sogenannten Alltag kenne ich bisher eigentlich gar nicht. Einen Marathon bin ich zwar nicht mehr gelaufen, aber 20 Kilometer schaffe ich doch schon wieder ohne Probleme.

Dass ich auch mehrmals in der Woche nahezu schmerzfrei Tennis spielen kann, ist mir allerdings noch wesentlich wichtiger. Wenn das noch eine Weile der Fall ist, dann hat sich der kleine Eingriff vor drei Jahren wirklich mehr als gelohnt.

 
 

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