Mehr Raumbedarf für Flüchtlinge in Voerde

Foto: imago/Christian Ohde
Aufgrund des anhaltenden Zustroms müssen die Zahlen nach oben korrigiert werden. Die Kommune plant mit 280 Plätzen bis Ende 2015.

Voerde..  Die stetig steigende Zahl der Menschen, die in Deutschland eine Zuflucht suchen, stellt die Kommunen vor die schwierige Aufgabe, ihre Planungen zur Schaffung von Wohnraum immer wieder anzupassen. Auch in Voerde müssen die bisherigen Prognosen zu der Zahl von Flüchtlingen deutlich nach oben korrigiert werden. War die Stadt zuletzt von insgesamt 210 Plätzen für Asylbewerber bis Ende 2015 ausgegangen, so plant sie jetzt mit 280.

Jährlich ist nach Angaben der Verwaltung mit einem Anstieg von 80 Personen zu rechnen. Bei den Planungen sei es nach wie vor erklärtes Ziel, möglichst viele Menschen auf dem freien Wohnungsmarkt unterzubringen und dadurch zu vermeiden, Sammelunterkünfte einrichten zu müssen. Dies setze voraus, dass solche Wohnungsangebote zur Verfügung stehen und letztendlich auch bereit gestellt werden, heißt es in einer aktuellen Drucksache, die der Politik zunächst im Sozialausschuss (26. Februar, 17 Uhr, Zimmer 137, Rathaus) vorgelegt wird.

Die Aufgabe, die steigende Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen, wird für die Stadt dadurch erschwert, dass ihr ab dem 1. September die Asylbewerberunterkunft an der Barbarastraße in Voerde mit 108 Plätzen nicht mehr zur Verfügung steht. Abzüglich der 24 Plätze, die es in der bestehenden Einrichtung für alleinstehende Männer an der Rahmstraße in Möllen gibt, muss die Stadt nach den aktualisierten Prognosen bis Ende dieses Jahres zusätzlich 256 Plätze bereit stellen.

Bisherige Zielplanung war es, etwa 41 Menschen auf dem freien Wohnungsmarkt unterzubringen – mit Stand 10. Februar sind es 58, die bereits vermittelt sind. Davon leben 30 in Friedrichsfeld und 28 in Voerde. Die Verwaltung steht, wie sie mitteilt, kurz vor dem Abschluss weiterer Mietverträge, die es ermöglichen sollen, weitere rund 50 Flüchtlinge in den freien Wohnungsmarkt zu vermitteln.

51 Plätze fehlen noch

Zwölf Asylbewerber (alleinstehende Männer) hat die Stadt in der bestehenden Unterkunft an der Bühlstraße 9 in zwei Wohnungen untergebracht. Zunächst im Rahmen einer Erprobung. Das unmittelbare Nebeneinander mit den alleinstehenden Obdachlosen im Nachbarhaus gestaltet sich laut Verwaltung „nach den ersten Erfahrungswerten sozial verträglich“. Mitte des Jahres soll eine weitere Auswertung erfolgen, um auf dieser Basis dann zu entscheiden, ob auch die anderen beiden Wohneinheiten für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden können. Die Stadt sieht an der Bühlstraße Potenzial für 25 Plätze. Hinzu kommen 42, die mit dem Bau des Hauses am Schmaler Weg durch die türkische Gemeinde Friedrichsfeld entstehen.

Nach jetzigem Stand soll die Anmietung durch die Stadt spätestens am 1. Juli 2015 erfolgen. Zudem laufen noch Verhandlungen, weitere Wohneinheiten anzumieten, die Abschlüsse seien noch offen. Die Stadt geht hier von weiteren 30 Plätzen aus, die geschaffen werden könnten. Bliebe dann ein Bedarf von 51 Plätzen.

Aktuell kann die Verwaltung für diese Lücke noch keine Alternativen benennen, wie Sozialdezernentin Simone Kaspar auf NRZ-Anfrage erklärte. Wie es um die Überlegungen der Stadt steht, das ehemalige Hotel Saathoff als mögliche Asylunterkunft zu nutzen und dafür die Liegenschaft an der B 8 zu kaufen, dazu wollte Kaspar gestern nichts sagen. Darüber werde die Verwaltung im Sozialausschuss informieren.

Generell betont die Verwaltung die Notwendigkeit, die Bereitstellung einer „Erstaufnahmeeinrichtung“ weitergehend zu prüfen, in der die neu ankommenden Asylbewerber zunächst untergebracht werden können, bevor sukzessive deren Umzug in Wohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt oder in bestehende Unterkünfte möglich ist.

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