Mehr Kunden, mehr Verkehr

Dinslaken.. Ein Gutachten sieht die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes am neuen Einkaufszentrum am Limit. Rückstaus sind möglich.

Eigentlich hat es Planungsausschussvorsitzender Stefan Buchmann auf den Punkt gebracht: Wenn man mehr Kunden in der Innenstadt haben will, bedeutet das auch mehr Verkehr, konstatierte der CDU-Mann gegen Ende der Sitzung, in der am Montag das neuen Einkaufszentrum auf den Weg gebracht wurde (die NRZ berichtete). Was die simple Erkenntnis für den Verkehr vor allem im östlichen Teil der Innenstadt bedeuten könnte, verursachte allerdings dennoch bei einigen Ausschuss-Mitgliedern sprichwörtliche Bauchschmerzen. Detailliert stellte der von der Stadt beauftragte Gutachter Dipl-Ingenieur Jürgen Geiger vor, wie sich das neue Einkaufszentrum auf den Verkehr auswirkt. Fazit: Es wird eng.

Länger Grün, länger Rot

Die Aus- und Einfahrt zu den 700 Parkplätzen auf dem neuen Einkaufszentrum soll zwischen dem heutigen Hans-Böckler-Platz und dem Dänischen Bettenlager liegen. Damit der Verkehr gut abfließen kann, muss die Grünphase verlängert, eine zweite für Linksabbieger installiert werden werden, was wiederum zu längeren Rotphasen auf der Hans-Böckler-Straße führt. Das Problem: Die Kreuzungen auf der Hans-Böckler-Straße liegen jeweils nur wenige hundert Meter auseinander. Es besteht die Gefahr, dass der wartende Verkehr nicht abfließen kann, um Platz für Autos zu machen, die aus den anderen Straßen kommen, in denen dann Rückstaus entstehen. Am erheblichsten sei das Problem bei der Ausfahrt aus der Karl-Heinz-Klingen-Straße zu erwarten. Für Linksabbieger auf die Hans-Böckler-Straße wird das schon heute je nach Tageszeit zum Geduldspiel. Der Rückstau auf der Karl-Heinz-Klingen-Straße könnte künftig noch länger ausfallen.

Insgesamt attestierte der Gutachter dem Verkehrsbereich eine „gerade noch ausreichende Leistungsfähigkeit ohne Reserven“, wollte gar von einer „grünen Welle“ lieber nicht mehr reden, weil dies „zu hohe Erwartungen weckt“.

„Wir haben zwar Bedenken, sehen aber auch keine wirklichen Alternativen zu den Plänen“, formulierte Helmut Eisermann die Bauchschmerzen der SPD, für die UBV schloss sich Jutta Frenk an. Dass etwa der Kunden-Verkehr nicht mehr wie ursprünglich geplant über die Wiesenstraße geführt werden soll, komme ja auch den Anwohnern zugute.

Hans-Georg Hellebrand (CDU) äußerte angesichts der Pläne gar die Vermutung, als rechne man die Leistungsfähigkeit des Verkehrsnetzes so schön, dass es gerade passt. Dennoch stimmte am Ende der Planungsausschuss einstimmig für den Bebauungsplan, das Einkaufszentrum ist politisch auf dem Weg.

 
 

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