Mehr Einsatz für die Umwelt

Die. Anti Atomkraft Demonstration der Grünen und Greenpeace in der Neustraße vor zwei Wochen. Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Die. Anti Atomkraft Demonstration der Grünen und Greenpeace in der Neustraße vor zwei Wochen. Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool

Dinslaken. Die Niederrhein-Gruppe von Greenpeace lud zum Neuentreff nach Dinslaken. Die Resonanz war relativ überschaubar.

Fukushima, die deutsche Atomdebatte und das Moratorium: Nach der Diskussion der vergangenen Wochen hätte man durchaus erwarten können, dass eine Organisation wie „Greenpeace“ auch regional mit verstärktem Interesse für seine Arbeit rechnen kann. Umso überraschender war es dann, als zu dem ersten Neuentreff der Niederrhein-Gruppe im City-Hotel neben den fünf Engagierten der Gruppe und dem Greenpeace-Referenten Alexander von Seelen aus Düsseldorf gerade mal neun Besucher Interesse für das Treffen zeigten. „Nach Japan hätte ich auch gedacht, dass mehr kommen“, freute sich Alexander Oslislo von „Greenpeace Niederrhein“ trotzdem über die, die gekommen waren. „Das waren eben Leute, die wiederkommen wollen.“

Grundphilosophie
der Gewaltfreiheit

Die Dinslakenerin Tanja Paul hatte den Termin im Internet wahrgenommen. „Ich bin sowieso zahlendes Mitglied und jetzt, wo das lokal vor Ort ist...“, nannte die 35-jährige den Grund für ihr Erscheinen. Der Düsseldorfer Greenpeace-Aktivist Alexander von Seelen erläuterte dann in gut 70 Minuten die Geschichte, die Grundstruktur, die Ziele und die Aktivitäten der Umweltorganisation. Dabei benannte er die Grundphilosophie der Gewaltfreiheit, machte deutlich, dass Greenpeace finanziell und politisch unabhängig agiere. „Ab 500 Euro wird jede Spende geprüft; das machen nicht viele Nichtregierungsorganisationen.“ Unterfüttert von Aktionsbildern wie „Brent Spar“ oder beim Protest gegen das Waldsterben auf der Zugspitze machte Von Seelen einen Streifzug durch die Themen der Organisation – von der Atomausstiegsfrage bis zur nachhaltigen Landwirtschaft ohne Gentechnik und dem Kampf gegen die weltweite Abholzung.

Ausführlich widmete er sich der Aufteilung der lokalen Gruppen in „Green Teens“, Jugend AG´s , den Teams 50plus und den Gruppen für alle Altersschichten. Immer wieder gab´s konkrete Beispiele, was man lokal machen kann – zum Beispiel als Pinguin mit Plakat beim Düsseldorfer World Ski Cup auf den Klimawandel aufmerksam machen. Danach stellten die regionalen Aktivisten ihre Arbeit vor. Alexander Oslislo verwies unter anderem auf die Gedenkveranstaltungen der vergangenen Tage in seiner Heimat Wesel zu Fukushima, die jetzt jeden Monat bis zum Jahrestag von Tschernobyl und dem Ende des Moratoriums weitergeführt werden soll. Magdalena Przyrembel berichtete von den Protesten gegen das Voerder Kohlekraftwerk. Und Rudolf Brinkmann bot sich an, eine Ökostrom-AG ins Leben zu rufen. Am Ende zeigte sich die Dinslakenerin Monika de Lede für die Bildung einer Gentechnik-Gruppe aufgeschlossen.“ Ich hab’ immer gesagt, wenn ich mehr Zeit habe, werde ich aktiver.“ Und die Dinslakenerin Martina Fischer fühlte sich bestätigt: „Als FDP-Mitglied war ich immer der Überzeugung, dass man auf regenerative Energien setzen sollte. AKW gehören abgeschaltet.“

Das nächste Treffen der neuen Greenpeace-Aktiven soll am 12. April im Berufskolleg Dinslaken stattfinden – danach alle 14 Tage.

 
 

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