Mega-Ansturm auf Mikro-Brauerei

Da ging was über die Theke.
Da ging was über die Theke.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Beim vierten Werksverkauf präsentierte das „Brauprojekt 777“ in Spellen das Kobra-Getränk „Pilsss“

Voerde..  Nach nur einer halben Stunde hatten Kunden den Großteil ihres Bieres gekauft und in den dazugehörigen Holzkästen schnell in Sicherheit gebracht. Die vier Inhaber der Mikro-Brauerei in Spellen waren von dem Ansturm bei ihrem vierten Werksverkauf am Samstag hellauf begeistert und fühlten sich in ihrer Arbeit, die sie seit Dezember letzten Jahres in Form des „Brauprojekt 777“ betreiben, bestätigt.

Angefangen hatte alles aber viel früher, wie Arne Hendschke erzählte: „Seit meinem 18. oder 19. Lebensjahr mache ich das nun schon, ich bin gelernter Brauer und Mälzer.“ Hauptberuflich ist Hendschke allerdings Maschinenbautechniker und auch seine Kumpel verdienen ihr Geld in anderen Gewerben als in der Bierherstellung.

Bierbrauen sollte aber schon bald das große Hobby von ihnen werden, an dem sie nach kurzer Zeit so gut wie jeden Tag arbeiteten. Tim Schade berichtete, wie die vier sich zusammen fanden und ihr Projekt starteten: „Die Geschichte dahinter ist, dass drei von uns bei den „Kobras“ Mitglied sind und wir deshalb ein Bier für den Club brauen wollten.“ Die Premiere des offiziellen Getränkes der „Kobras“ fand an diesem Tag endlich statt. „Pilsss“ heißt das Gebräu, das in Flaschen mit Kobra-Kopf gefüllt und eines der drei Sorten ist, welches die Jungs am Samstag an den Mann brachten. Neben Weizen und India Pale Ale versuchten die Hobby-Brauer in der Vergangenheit aber auch diverse andere Rezepte – dazu zählten Märzen, Maibock, Landbier, Lagerbier, Winterbier oder Red Ale.

Das Besondere dabei: Alles ist aus eigener Herstellung. „Der Trend ist heutzutage, dass die großen Brauereien die kleinen Betriebe aufkaufen. Dadurch schmecken die bekannten Biersorten alle fast gleich“, so Tim Schade. Aber nicht in Spellen. Das Selbstgebraute werde beispielsweise nicht stark filtriert und schmecke ursprünglicher, auch durch die ausgewählten Zutaten – wie etwa Hopfen direkt vom Niederrhein. Weiterer Vorteil dabei sei außerdem ihre große Vielfalt. „Wir können uns spontan an neuen Rezepten ausprobieren und versuchen so, das fast unendliche Spektrum an Sorten wenigstens teilweise auszuschöpfen“, berichtete Hendschke begeistert.

Die knapp sieben Hektoliter Hopfenbrause gingen an diesem Tag weg wie nichts, immerhin können Genießer das Bier für 15 Euro die zwölf Flaschen nur an den Werksverkauf-Tagen einmal im Monat, in der Regel am letzten Samstag, käuflich erwerben. Ebenfalls im Sortiment sind Biermarinaden von August Seif. „Der Alkohol ist in den Marinaden nicht mehr vorhanden, dafür aber noch der Geschmack des Bieres.“ Ein Grillabend mit Apfel-Curry Marinade und einem „Pilsss“ können sich Bier-Fans zur Sommerzeit wohl kaum schöner vorstellen.

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