Kurios und kultig

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Dinslaken..  Viele alte und teils sehr kuriose Musikinstrumente hängen in der Gaststätte Maaß von der Decke. Aber das, was Pont Neuf an Gitarren, Mandolinen, Drehleiern, Flöten, Whistles, Kastagnetten, Trommeln und Kuriositäten wie eine echte Nasenflöte mitbringen, übertrifft den hauseigenen Fundus bei weitem. Vor allem: Was einen Ton von sich gibt und Thomas Baumann, Volker Bellingröhr und Stefan Lücking in die Finger kommt, kommt tatsächlich in ihren Konzerten zum Einsatz.

Bei „Folk am Fierten“ zum Beispiel. Gestern vormittag bei Maaß. „Same procedure as every year“. Bedeutet: Da es so viele Stücke gibt, die aus rituellen Gründen einfach gespielt werden müssen, ist beim besten Willen kaum Platz für Neues, und das erwarten die Stammgäste auch so. Und: Die Anzahl der gesungenen Sprachen stehen im direkten Wettbewerb mit der Vielzahl der Instrumente: Sieben sind es an der Zahl.

„Folk am Fierten“ bedeutet mehrstimmiger Gesang, Shanties, Folkklassiker wie „Molly Malone“ und bretonische Weisen. Vor allem aber jede Menge Spaß.

Spaß, wie er zum Beispiel die Beerdigung von Tim Finnegan bringt. Die liefert nämlich den Beweis, dass eine zünftige Schlägerei unter Verwandten und Bekannten äußerst belebend ist. Finnegan war nur scheintot, ein fliegender Whiskey holt ihn zurück. Pont Neuf machen aus dem Song ein interaktives Musical, ohne das „Folk am Fierten“ so undenkbar wäre wie die korrekte Rechtschreibung des Veranstaltungstitels.

Ebenso unerlässlich ist die „Erinnerung an den eigentlichen kommerziellen Sinn des Weihnachtsfestes“, die „Twelve days of Christmas“. Ein Kettenlied, das spätestens bei der 12. Strophe bei jedem im Saal ankommt.

Alles wie immer? Nicht ganz, aber auch das gehört dazu: „Gaststar“ Walter, ehemals bei den „Greentown City Ramblers“ aktiv, sang zum Banjo vom Ruhrpott und seiner olivgrünen Bundeswehr-Unterhose. Als „Toten des Jahres“ wurde Pete Seegers musikalisch gedacht. Und ein Stück haben Pont Neuf brandneu arrangiert: „Pinball Wizzard“ als Shanty, so etwas kann es nur bei „Folk am Fierten“ geben.

 

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