Kunst statt Leere

Dinslaken.  Leerstände in der Innenstadt, ein leidiges Thema. Aber für Künstler sind leere Räume wie weiße Leinwände, also die ideale Plattform, etwas Besonderes daraus zu machen. Dies wird am Wochenende nach Pfingsten in der Dinslakener Innenstadt geschehen. Zwölf Künstler und eine Kleinkunstgruppe werden sieben freistehende Ladenlokale zwischen Altstadt und Post in offene Ateliers verwandeln. Die Idee dazu hatte Svenja Krämer von der Wirtschaftsförderung der Stadt, seine Kunstkontakte ließ Ben Perdighe spielen, der sein Orgabüro im ehemaligen Sotto Voce auf der Rittergasse einrichten wird.

Das ehemalige Restaurant bietet mit 400 Quadratmetern Fläche gleich für mehrere Ausstellungen Platz.

Einen eigenen Präsentationsraum erhält Max Zorn auf der Duisburger Straße 24, derzeit noch vom Schmuckgeschäft „Individuum“ genutzt. Der in Amsterdam lebende Künstler trägt den bekanntesten Namen der Teilnehmer, Dinslaken wird eine Zwischenstation für ihn sein – von der Kunstmesse in München auf dem Weg zu einer Ausstellung in London. Seine Bilder sind ästhetisch wie originell: Was nach klassischen Sepiaaufnahmen aussieht, ist tatsächlich mit braunem Paketband geklebt. Ben Perdighe reiste, als er auf Max Zorn aufmerksam wurde, eigens zu einer Ausstellung nach Amsterdam. Dort lernte man sich kennen - und hat seitdem immer einmal eine Präsentation in Dinslaken ins Auge gefasst.

Anklopfen

Immer wieder gerne in Dinslaken, der alten Heimat, ist Wahl-Hamburger Wittek. Er gehört ebenso zu den „Kunst sta(d)tt Leerraum“-Kreativen wie Pedro (Medienkunst, München), Daniel Tamzak (Fotografie, Dinslaken), Alexandra Gollan (Medien-Kunst, Essen), Der Sarde (Plastiken, Duisburg), Urban Arts (Aerosol-art, Dinslaken), Emmanuel Bell (Design, Kunst, Düsseldorf), Ingo Borgardts (Medienkunst, Düsseldorf), Niren Mahajan (Fotografie, Köln), Thomas Zighan (Upcycling, Dinslaken) und die Kultbühne Bruckhausen. Comic, Fotografie und Graffitti, Kunst aus vermeintlichen Reststoffen und neue Ideen.

„Kunst sta(d)tt Leerraum“ präsentiert aktuelle, junge Strömungen und bietet an allen Tagen Gelegenheit, mit den Künstlern selbst ins Gespräch zu kommen. Geöffnet sind die Ausstellungen am Freitag, 13. Juni von 15 bis 21 Uhr und Samstag, 14. Juni, von 11 bis 21 Uhr. Da die Künstler allerdings ihre temporären Ateliers schon am Dienstag nach Pfingsten beziehen, besteht auch schon dann die Möglichkeit, bei ihnen anzuklopfen.

 
 

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