Kreis soll Personalpolitik überprüfen

Voerde.  Kämmerin Simone Kaspar hat bei der Einbringung des Haushaltes für 2016 im Rat erneut die Erwartungshaltung der Stadt an Kreisverwaltung und Kreispolitik bekräftigt, alles zu versuchen, eine Steigerung der Kreisumlage zu verhindern. 2015 lag der Hebesatz bei 41,8 Prozent, was für Voerde Kosten in Höhe von rund 18,1 Mio. Euro ausmachte. Für 2016 kalkuliert der Kreiskämmerer mit einem Hebesatz von 43,1 Prozent. Die Kommunen würde dies mit insgesamt 7,6 Mio. Euro gegenüber diesem Jahr mehr belasten.

Kaspar kalkuliert für 2016 mit 42,9 Prozent Kreisumlage, was sich im Voerder Haushalt mit Ausgaben in Höhe von 19,2 Mio. Euro niederschlagen würde – rund eine Million Euro mehr als im Vorjahr. Die Kämmerin sprach von einem erneuten „Rekordhoch“ und äußerte sich zuversichtlich, dass die Politik im Kreistag weiter alles daran setzen werde, den vom Kreiskämmerer veranschlagten Hebesatz zu unterschreiten. Jede Erhöhung sei für eine Kommune in der Haushaltslage Voerdes nicht zu verkraften.

Kaspar warf einen kritischen Blick auf die Kreisverwaltung: Vielleicht schaue man ja mal auch auf die vielen freiwilligen Leistungen im Personalbereich wie die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen über Bedarf, die leistungsorientierte Bezahlung im Beamtenbereich, die Finanzierung von Angestelltenlehrgängen aus dem Kreishaushalt. „Eine derart großzügige Personalpolitik ist zwar aus Mitarbeitersicht wünschenswert, uns als kreisangehörige Kommune in der Haushaltssicherung aber leider nicht gestattet.“ Die Stadt fordere den Kreis weiter mit Nachdruck auf, konsequent Haushaltskonsolidierung zu betreiben, alle Aufwands- und Ertragspositionen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Für den Kreis als Umlageverband müssten Aufwandsreduzierungen, der mutige Verzicht auf Standards und auf freiwillige Aufwendungen sowie das Hinterfragen quantitativer und qualitativer Personalstrukturen genauso auf der Tagesordnung stehen wie für die kreisangehörigen Kommunen.

 
 

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