„Krefticher“ stellen neues Album vor

. Foto: Heiko Kempken
. Foto: Heiko Kempken
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Die Dinslakener Punkrocker stellten in im Rahmen ihres „Frühlingsfests der Punkmusik“ Material des neuen Albums vor.

Dinslaken. Freitag der 13. kann laut sein. Richtig laut. Und gut. Im Jägerhof zogen Kreftich ihr drittes „Volkstümliches Festival der Punkmusik“ unter dem Motto „Frühlingsfest der Punkmusik“ auf. Und weil der Frühling, speziell der Mai, bekanntlich alles neu macht, gab’s auch was Neues um die Ohren. Lasse West sowie Hagi und Flo Hagedorn waren über den Winter nämlich nicht untätig gewesen und haben im Studio neue Songs eingedroschen. Im Juni soll das Album mit dem Titel „Bis hier hin und dann weiter“ beim neuen Label SN-Punx aus Schwerin erscheinen. Noch feilt Wittek, der bereits das neonorange Cover des Vorgängeralbums gestaltet hat, am Artwork.

Also erstmal bis hierhin, und dann weiter. Hier, das war das erste Heimspiel nach längerer Zeit einmal wieder im Jägerhof. Zusammen mit Rasta Knast, den Dinslakener Kollegen von Living Rejects, Simple Strickts und Captain’s Diary.

„Antiprominent“ wird der Opener der neuen CD sein, mit „Antiprominent“ starteten Kreftich in den fortgeschrittenen Abend. Neues Material, da hört man doppelt hin, wohin die Richtung geht. „Straighter, direkter, nicht so verspielt wie das letzte Album“, schätzt Lasse die neuen Lieder ein. Recht hat er. Mit der ersten Kostprobe steht fest: Kreftich sind krefticher geworden. Und das steht den dreien gut.

Und immer wieder gern

Sechs neue Titel standen auf der Setlist und natürlich auch Unverzichtbares aus den letzten 15 Jahren. Erstmals tritt Flo auf dem neuen Album auch als Songschreiber in Erscheinung, und möchte ja nicht zu viel orakeln, aber es sieht ganz danach aus, als wäre Flo dabei solch eine weitere unverzichtbare Nummer geglückt. Nur ein einziges Mal hatten Fans zuvor „Immer wieder“ in einer Unplugged -Version gehört, Freitag konnten sie es bereits vom allerersten Einsatz an mitsingen.

„Ich bin dabei, immer wieder... und immer wieder gern“, geht ins Ohr. Flo als Songschreiber bei Kreftich. „Die Abwechslung tut gut, es bringt frischen Wind herein,“ sagt Lasse. Eine klare Ansage für die Zukunft: „und immer wieder gern“.

Ebenfalls „immer wieder gern“: merkwürdige Coversongs. Schon das ganze Konzert über trug Hagi ein David Hasselhoff-Shirt, zum Schluss singt er „Looking for Freedom“: „Der Mann hat’s verdient“.

Zum „Volkstümlichen Festival“ gehört es, dass sich Kreftich Gäste einladen, um selbst Spaß zu haben. Deshalb räumten sie gegen 23 Uhr die Bühne für Rasta Knast. Eigentlich erübrigt die Wiedergabe eines Dialoges beim Soundcheck alle weiteren Besprechungen des Konzertes. Frage von der Bühne: „Wie laut sollen wir die Gitarren machen?“ Antwort vom Mischpult: „Bis zum Anschlag.“

Rasta Knast. Wahnsinnig laut, wahnsinnig schnell, dabei textlich äußerst engagiert und mit einem Gespür für Melodien. Der Opener beginnt folkig, „Einer mehr oder weniger“ ist wunderschön melancholisches Moll in Hochgeschwindigkeit. 1987 in Hannover gegründet, musste die Band immer wieder größere Umbesetzungen hinnehmen und ließ sich doch nicht unterkriegen.

Eineinhalb Stunden
ungebremster Punkrock

Nach eineinhalb Stunden ungebremsten Punkrock zwischen Trotz („Wir leben noch“) und Protest („Blut, Tod & Tränen“) gedachten Rasta Knast ihres ehemaligen Bandmitglieds Konrad Kittner („Abstürzende Brieftauben“), dessen Todestag sich am 11. Mai zum fünften Mal jährte. „Nichts bleibt für die Ewigkeit“.

Ein besinnliches Konzertende, bevor DJ Billich und DJ Kannix die Nacht im Jägerhof noch lang werden ließen.

 
 

EURE FAVORITEN