Kandidaten standen Rede und Antwort

Diskussion am NRZ-Wahlmobil.
Diskussion am NRZ-Wahlmobil.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Beim zweiten NRZ-Wahlmobil gestern ging es um demografischen Wandel, Bürgerbeteiligung und Schulen

Voerde..  Mit der Frage, wie Voerde für den demografischen Wandel fit gemacht werden soll, griff NRZ-Lokalchef Ralf Kubbernuß am Wahlmobil das erste Schwerpunktthema auf. Haarmann zeigte auf, dass in Voerde die Zahl der Älteren stärker steigen und die Kommune mehr bei den Jüngeren verlieren wird, als es im Landesdurchschnitt der Fall sei.

Wie ihr Kontrahent von der SPD betonte auch Kaspar die Notwendigkeit, den Fokus auf beide Altersgruppen zu lenken, junge Familien nach Voerde zu holen – was, nur durch ein hervorragendes Bildungsabgebot gelingen könne, wie Haarmann betonte – und die Menschen im Alter aktiv in das gesellschaftliche Leben zu integrieren (Kaspar). So gelte es, auch denen die Teilnahme an Freizeitangeboten zu ermöglichen, die nicht mobil sind, sagte Kaspar und nannte das Modell Bürgerbus. Nach Haarmanns Ansicht gilt es, für alle „attraktiven Wohnraum“ zu schaffen und auch in Bestandswohnungen Barrierefreiheit zu erreichen. Eine Notwendigkeit, die Mitbewerber Hanraths auch in Randbereichen von Neubaugebieten ausgemacht hat. Dort befänden sich „viele Stolperfallen“.

Ein Zuhörer warf ein, dass kurze Wege zur Arbeit eine Rolle spielen und wollte wissen, wie die Kandidaten Arbeitsplätze in Voerde schaffen wollen: Hanraths will über Unis und Start-up-Börsen nach „Technologieperlen“ suchen und um deren marktwirtschaftliche Einführung in Voerde werben. Haarmann sieht Delta-Port als große Chance. Der Hafenverbund müsse in ein Stadtmarketingkonzept eingerahmt werden. Kaspar verwies auf das schnelle Genehmigungsverfahren in Voerde, wenn es um Bauanträge geht.

Bürgerbeteiligung halten alle drei Kandidaten für sinnvoll. Hanraths sähe es lieber, wenn die Einwohnerfragestunde an das Ende von Ausschüssen und Rat gelegt würde und die Zuhörer auch zwischendurch Fragen stellen könnten. „Konzepte zu entwickeln, ist das eine, sie bürgerorientiert umzusetzen, ist das andere. Rückmeldungen sind wichtig“, sagte Haarmann zu dem Thema. Kaspar will Bürgerbeteiligung viel konsequenter betrieben wissen. So schwebt ihr eine Diskussion mit den Bürgern zum Haushalt vor.

Ein klares Ja oder Nein, ob nicht im Fall des Sportpark-Projektes die Bürger hätten gefragt werden müssen, äußerten weder sie noch ihr Kontrahent von der SPD. Beide verwiesen auf die Komplexität des Themas und attestierten der Mehrheit von CDU, SPD und FDP mit ihrem Ja im Sinne der Bürger gestimmt zu haben. Hanraths verneinte dies und bedauerte, dass nicht, wie im Fall der B 8-Umbennung, ein Bürgerentscheid als möglich eingestuft wurde.

Die Frage nach einer ganz persönlichen Präferenz in der Schulfrage ließen Haarmann und Kaspar unbeantwortet. Erst wenn alle Informationen vorlägen, sei sie entscheidungsreif, sagte der SPD-Kandidat, der eine Meinungsäußerung zu diesem Zeitpunkt als kontraproduktiv und die weitere Diskussion gefährdend bezeichnete. Kaspar argumentierte ähnlich, während Hanraths die Gesamtschule als zielführend sieht, auch wenn das die Aufgabe der Realschule bedeuten würde, für ihn eine „sehr große und bittere Kröte“. Sollte es nach dem vor einigen Jahren getroffenen Beschluss, die Gesamtschule zu schließen, zu einer Neugründung der Schulform kommen, sieht Kaspar als Voraussetzung für deren Akzeptanz, dass es keinen Unterrichtsausfall, gute Räume und eine gute Ausstattung gibt. Und: Sie traue jedem engagierten Schulleiter zu, wieder eine Gesamtschule zu etablieren. Hanraths betonte, dass er die Stadt in der Verpflichtung sieht, bei Fehlentwicklungen an einer Schule steuernd einzugreifen. Die Stadt könne als Schulträger ein Stück weit Einfluss nehmen, weisungsbefugt sei sie aber gegenüber Schulleitung und Lehrern nicht, so Haarmann.

 
 

EURE FAVORITEN