Kampf gegen die Traubenkirsche

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Hünxe..  Einige Kinder der Klasse 6 c der Gesamtschule Hünxe ziehen sich die Arbeitshandschuhe wieder an und drücken kräftig gegen eine der angesägten und zum Teil von der Rinde befreiten („geringelten“) Traubenkirschen in den Kaninchenbergen. Mike Dienstbier, Forstwirtschaftsmeister im Forstbetriebsbezirk, hilft bei der Richtung etwas mit und bald heißt es: „Baum fällt!“ Johanna Siewers und Herbert Huse von der Biologischen Station im Kreis Wesel beobachten die Aktion, auch die Lehrerinnen Natascha Kopsa und Judith Benning-Apel freuen sich über das Engagement ihrer Schützlinge, während die Klasse 6 b gerade nach einer Waldführung mit Revierförster Michael Herbrecht auf die Lichtung zum Picknick zurückkehrt.

Im vom Landesbetrieb Wald und Holz erworbenen Gebiet Kaninchenberge in Bucholtwelmen wird an zwei Vormittagen Schritt für Schritt die Entwicklung von Kiefernwald in Eichenwald vorbereitet, ein so genanntes „Life-Projekt“. Wie schon im Vorjahr stellen die rund 60 Schüler der vier 6. Klassen der Gesamtschule Hünxe im Rahmen ihrer Projekttage vor den großen Ferien zum Thema „Gemeinwesen“ wertvolle Heideflächen frei und entfernen die spätblühende Traubenkirsche aus dem Gebiet.

„Das hat schon im Vorjahr gut geklappt. Die Traubenkirsche aus Nordamerika ist sehr wuchskräftig und überwuchert unsere heimischen Gewächse, die Heideflächen werden überschattet, Eichen können kaum noch wachsen“, erklärt Johanna Siewers das Projekt, an dem seit 2012 Schulklassen, Jugendcamps und andere Gruppen beteiligt werden. „Es gilt, das Zielbiotop Heide zu schützen. Die Kaninchenberge sind Projektgebiet.“

Die Stämme der Traubenkirsche („eine Problemart“) würden bearbeitet, um den Baum zu schwächen. „Manche sterben nach zwei Jahren von selbst ab, andere werden abgesägt oder umgedrückt. Die Stämme und Äste werden dann tief in den Wald gebracht, damit der freigelegte Bereich nährstoffarm bleibt“, so Siewers. Kleine Pflanzen würden herausgezupft.

„Ihr habt ja schon eine Menge geschafft“: Michael Herbrecht ist von seiner „kultur-historischen Führung“ durch den Wald, ein ehemaliges Militärgelände mit „Feldherrnhügel“, zurück. „Ich habe den Kindern 1000-jährige Eichen gezeigt und wie Pflanzen und Tiere hier langsam wieder Einzug halten.“ Auch Blindschleiche, Eidechse und Spinne waren dabei, „aber kein Kind hat geschrien“. Heute sind die Klassen 6a und 6d in den Kaninchenbergen im Einsatz.

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