Jetzt gilt das Bestellerprinzip

Dinslaken/Voerde/Hünxe..  Seit einigen Wochen gilt bei Mietwohnungen das sogenannte Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen. Bislang haben die Eigentümer diese Kosten auf die neuen Mieter abwälzen können. Mit der neuen Regelung, die am 1.Juni in Kraft getreten ist, muss nun der Vermieter, wenn er bei der Mietersuche einen Immobilienmakler zur Hilfe nimmt, die Zeche selbst übernehmen.

Experten gehen davon aus, dass es den Vermietern kaum gelingen wird, die Kosten für den Makler über eine höhere Miete wieder einzuspielen. Deshalb wird vermutet, dass viele Vermieter sich erst einmal selbst auf die Suche machen werden. Diese Entwicklung sieht Immobilienmaklerin Stefanie Schneider auf die Branche zukommen. Dann würden die Wohnungsbesitzer aber merken, was die Makler für sie leisten, welcher Aufwand dahinter steckt. Inserate schalten, Mieter auswählen, Schufa-Auskunft anfordern sowie Besichtigungstermine vereinbaren und durchführen. Schneider meint, dass das ein Wohnungsvermieter einmal machen und dann wieder einen Makler einschalten würde. Auch wenn er allein die Rechnung bezahlen müsse.

Die neue Regelung findet sie richtig, da ja für den Vermieter die Hauptleistung erbracht werde. Schöner wäre es aber, wenn sich Vermieter und Mieter die Kosten für den Makler teilen würden.

Führt zu Einschnitten

Die neue Regelung wird zu Einschnitten führen, davon ist Andy Wüsthoff, Vertragsanwalt des Eigentümerverbandes Haus und Grund, überzeugt. Mittelfristig würden die Eigentümer aber wieder zu den Maklern zurückkehren. Er mache das Inserat, die Besichtigungen und führt eine Vorauswahl durch. „Da spart der Eigentümer Zeit“, so Wüsthoff. Erst einmal werden die Wohnungsvermieter die Kosten scheuen. Man müsse auch abwarten, ob die Gebühr von zwei Monatsmieten geändert wird. Es werde aber sicherlich dazu führen, dass sich ein Wohnungseigentümer den Immobilienmakler genauer anschaut, bevor er ihm einen Auftrag erteilt.

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