Jecker Nachbarschaftsbesuch mit Tradition

Die Rotbachtaler Wurstjäger bei Familie Lacks.
Die Rotbachtaler Wurstjäger bei Familie Lacks.
Foto: FUNKE Foto Services
Im Rotbachtal ziehen am Karnevalswochenende die jungen Männer los, um auf die Jagd zu gehen. Die bevorzugte Beute: Lebensmittel, Geld und wenn es gut läuft, eine passende Frau

Dinslaken..  Schon von weitem sind die Wurstjäger im Rotbachtal zu sehen. Mit Tirolerhüten auf dem Kopf und reichlich geistigen Getränken im Gepäck ziehen die jungen Männer in der Nachbarschaft von Haus zu Haus. Auf dem Hof der Familie Lacks erklingt per Trompetenstoß das Signal zur Mittagspause. Nach gut viereinhalb Stunden Marsch durch das Rotbachtal heißt es erstmal ausruhen für die jecke Truppe, die mit ihrem Zug durch die unmittelbare Umgebung eine Tradition pflegt.

„Wir machen das jetzt bereits zum 13. Mal“, erklärt Dirk Scheiffert von den Wurstjägern. Die Tradition, zum Nelkensamstag durch die Nachbarschaft zu ziehen, ist allerdings schon wesentlich älter. „Früher sind wir mit einem Planwagen mit den Kindern gefahren und sie haben bei den Nachbarn gesungen“, erinnert sich Lissy Lacks, die für die Truppe einen kleinen Imbiss vorbereitet hat.

Aber warum zieht man eigentlich an einem Samstag von 8 bis 20 Uhr durch die Gegend und legt dabei sieben Kilometer Wegstrecke zurück? „Unsere Kernmission ist der nachbarschaftliche Zusammenhalt“, beantwortet Dirk Scheiffert diese Frage. Denn die Wurstjäger sammeln an den gut 50 Türen der Nachbarschaft nicht nur Lebensmittel ein, sondern laden auch zum gemeinsamen Verzehr. „Da werden dann alle bejagten Haushalte wieder zusammenkommen“, erklärt Scheiffert. Denn die zweite Aufgabe der Wurstjäger ist eigentlich, für die Junggesellen in der Nachbarschaft eine passende junge Dame zu finden: „Wir sammeln Geld, Wurst und bestenfalls Mädels“, erklärt Dirk Scheiffert dazu. Dann geht es für die Truppe zurück auf die Jagd.

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