Inspirationen aus dem Orient

Das Landestheater Burghofbühne mit Harry Behlau probt „Ali Baba und die 40 Räuber“ in der Kathrin Türks Halle.
Das Landestheater Burghofbühne mit Harry Behlau probt „Ali Baba und die 40 Räuber“ in der Kathrin Türks Halle.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Am Freitag feiert „Ali Baba und die 40 Räuber“ als 25. Inszenierung von Stefan Ey Premiere in der KTH.

Dinslaken..  Es ist das sprichwörtliche Märchen aus 1001 Nacht. Am Freitag, 7. Juni, um 15.30 Uhr feiert „Ali Baba und die 40 Räuber“ als Familienstück für Menschen ab 4 Jahren in der Kathrin-Türks-Halle statt. Für Stefan Ey, der den Stoff familientauglich neu verfasste und zusammen mit Gerhard Kappelhoff mit vielen Songs bereicherte, ist es bereits die 25. Inszenierung für die Burghofbühne. Daniele Nese spielt den bescheidenen Ali Baba, Marco Pickart Álvaro ist als dessen Bruder Kasim einmal wieder zu Gast beim Landestheater. Weitere Rollen übernehmen Lara Christine Schmidt, Rosa Gruncke, Carsten Caniglia und David Zieglmaier.

Nun leben aber Märchen aus 1001 Nacht auch von ihrer märchenhaften Ausstattung. Die Kulisse von „Ali Baba“ stammt von Harry Behlau. Kein Unbekannter in Dinslaken. In der Vergangenheit schuf er die Bühnenbilder für Inszenierungen wie die „Dreigroschenoper“, „Cabaret“, „Wie es euch gefällt“, aber auch für „Max und Moritz“. „Kinderstücke sind meist aufwändiger“, so Behlau. „Die allgemeine Tendenz ist, dass Erwachsenenstücke karger sind. Bei den Kinderstücken kann man sich austoben“.

Stilkunde und Proportionen

Prächtige orientalische Architektur, Palmen, Kamele. Ein Traum aus einem Märchen? Keineswegs. Harry Behlau schöpft für das Bühnenbild von „Ali Baba“ aus der persönlichen Erinnerung. Vor 15 Jahren begann der Diplom Architekt mit Zweitstudium in Theaterwissenschaften Bühnenbilder für große, meist mit Schnürboden ausgestattete Bühnen in Hotelanlagen im Nahen Osten zu entwerfen. Darunter ein Amphitheater nahe Hurgada in Ägypten mit einer Kapazität von 2000 Zuschauern. Vier bis sechs Wochen ist Behlau vor Ort, Zum Arbeiten, aber auch um sich von Land und Leuten inspirieren zu lassen. Zum Arbeiten im Orient, doch auch dies ist nur eine der vielen Stationen des Mannes, der in der Stadt geboren wurde, die man seit Grönemeyer mit „tief im Westen“ assoziiert. Aufgewachsen ist Behlau in Hattingen, Architektur studierte er in Essen. Dort lernte er Leute vom Theater kennen und sattelte um.

Das Architekturstudium sollte sich für Stilkunde und Proportionen als hilfreich erweisen. Schon Architekten wie Schinkel arbeiteten auch fürs Theater. „Wir haben in Essen der Fantasie freien Lauf lassen können“, so Behlau über Architektur und Bühnenbilder. . „Das Material und die Dauer des Produzierten sind andere, aber was die Fantasie belangt, tun sich die beiden nichts“.

Zu einer Leidenschaft hat sich für Behlau das Kostümbildnern entwickelt. Die Kamele, die er für Dinslaken entwarf, gehen allerdings auf seine Jahre in Berlin zurück, wo Tierkostüme für die Werbung schuf.

Harry Behlau lebt inzwischen in Schwerin, wo im Herbst die nächsten Bühnenausstattungen anstehen. Vorher geht’s aber einmal mehr in die Schweiz. Für die Kammerspiele Seeb bei Zürich stattet er die „schöne, bösartige Komödie“ „Der Vorname aus“. Für die Requisiten wird er wahrscheinlich wieder einer der Brockenstuben, den von den Schweizern straff organisierten offiziellen Second Hand-Läden fündig. Bühnenausstattung werden aus der Fantasie geschaffen. Und erhalten ihre Inspirationen von Orten, die voller Überraschungen stecken.

 
 

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