Hilfe für die Helfer

Dinslaken..  Nicht selten stehen die Helfer vor denselben Problemen wie diejenigen, denen sie eigentlich helfen wollten: Zwischen Ämtern und Anträgen, den Rechten und Pflichten von geflüchteten Menschen und den Schritten in einem Asylverfahren verliert mancher den Überblick – selbst ohne Sprachbarriere und mit genügend Erfahrung mit Behörden. „Ehrenamt ist gut, qualifiziertes Ehrenamt ist besser“, gibt der Diakonieverein im Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken deshalb als Motto aus. In einem neuen Patenschaftsprojekt für Geflüchtete werden ehrenamtliche Helfer nun begleitet und qualifiziert.

Zeynep Özel hat ihre Arbeit im Büro der Diakonie am Bahnhofplatz bereits aufgenommen. „Ich biete hier Erstgespräche an, eine erste Begleitung“, erklärt sie. Zunächst sollen sich die Helfer langsam ihrer Aufgabe nähern. Sofort in Kontakt mit geflüchteten Familien kämen die Ehrenamtlichen nicht, und auch die ersten Schritte später würden hauptamtliche Kräfte gemeinsam mit den engagierten Menschen machen. Aber es geht beim Patenschaftsprojekt eben nicht nur um die Begleitung der Ehrenamtler, sondern auch um Schulungen und Koordination, betont Özel.

Die Qualifizierung beginnt schon damit, dass geklärt wird, was der Status eines Flüchtlings ist oder wie die Verfahren ablaufen. „Was sind die Möglichkeiten einer Begleitung? Wo sind die Grenzen?“, konkretisiert Pfarrer Armin von Eynern die Fragestellungen, die zunächst geklärt werden müssen. „Es kann sein, dass bei Patenschaften Probleme auftreten – psychische Probleme, die die Menschen mitbringen, Schwierigkeiten im Verfahren.“ Durch Beratung und regelmäßige Treffen der Helfer könne in solchen Fällen geholfen werden. Pfarrer von Eynern lobt ausdrücklich die schon aktiven Helfer und Begleiter, ob von der Caritas oder aus Einzelinitiativen. „Uns war es wichtig“, erklärt er, „auch als Evangelische Kirche etwas anzubieten. Damit sprechen wir aber nicht nur die Gemeindemitglieder an.“ Zunächst ist das Projekt auf 40 Teilnehmer ausgelegt. „Wenn es mehr werden, würden wir uns freuen.“

 
 

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