Heidinger ist aus grüner Sicht wählbar

Dinslaken.  Alle drei Bürgermeisterkandidaten haben die Grünen zum Gespräch eingeladen und auf mögliche Gemeinsamkeiten abgeklopft. Das Fazit zogen die Mitglieder anschließend in einer Klausur: Bürgermeister Michael Heidinger (SPD) ist aus grüner Sicht sozusagen „erste Wahl“. „Er ist für uns wählbar. Mit ihm gibt es die meisten Übereinstimmungen“, erklärte Sprecherin Beate Stock-Schröer gemeinsam mit ihrem Kollegen Malte Kemmerling.

Auch mit Heinz Wansing (CDU) und Gerd Baßfeld (Linke) habe es gemeinsame Positionen gegeben. Doch an dem CDU-Kandidaten stört die Grünen, dass dieser sich von der Offensive D unterstützen lässt. „Das geht für uns gar nicht“, so Stock-Schröer. Zu Gerd Baßfeld gab’ s letztlich doch wichtige Unterschiede, so beim Thema Haushalt.

In ihrem Wahlprogramm setzt die Partei unter anderem auf klassische grüne Schwerpunkte wie Umwelt und Verkehr: Bio-Produkte und regionaler Handel sollen stärker gefördert, die Innenstadt müsse vom Verkehr entlastet werden. Letzteres zum Beispiel durch ein Citybus-System, das auch das Einkaufszentrum und die Krankenhäuser einbezieht. Busse und Bahnen als Alternativen zum Auto müssten stärker mitgedacht werden. Dinslaken soll Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte“ werden und neue Konzepte für diese Gruppen erstellen.

Beim Thema Stadtentwicklung fordern die Grünen mehr Mitbestimmung für Bürger und eine städtische Gestaltsatzung, damit Diskussionen wie die über die in der Kritik stehende Bebauungsplanung auf dem Hackfort-Gelände vermieden werden. „Da wäre mehr Mitbestimmung notwendig gewesen“, so Malte Kemmerling. Regelmäßige Stadtteilrunden mit Bürgern sehen die Grünen als gute Möglichkeit der frühzeitigen Beteiligung an Planungsprozessen.

Thema Sport und Schulen: Die Grünen machen sich für ein Sportentwicklungskonzept stark, das eine Bestandsaufnahme und einen Kostenrahmen für Sanierungen beinhaltet. Nachdenken sollte man aus Sicht der Partei auch über die Vernetzung von Vereinen und privaten Anbietern. Die Schulsanierungen sollten auch nach Abschluss des ersten, bereits beschlossenen Paketes fortgeführt werden. „Schließlich wurde der weitere Bedarf ja festgestellt“, so Kemmerling.

Einigen Nachholbedarf sieht die Partei beim Thema Senioren. Quartiere müssten durch bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum, gute Nahversorgung, Mehrgenerationenprojekte und aufsuchende Sozialarbeit an die Bedürfnisse Älterer angepasst werden.

Das Kommunalwahl-Ziel der Grünen ist auf jeden Fall ein zweistelliges Ergebnis. Beate Stock-Schröer: „Wir wünschen uns nicht nur, dass die Leute wählen gehen, sondern auch, dass sie in der Politik aktiv mitarbeiten.“

 
 

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