Gut drauf beim HCC

Dinslaken..  Jetzt ist aber mal Schluss für Michael I. und Carmen I. Eine Session lang ist man Tollität. Aber das Stadtprinzenpaar von 2013/2014 durfte beim HCC weiter das Zepter schwingen und nach einer Verlängerung gehen, wenn es am schönsten ist. Am Freitag wurden die beiden in der großen Prunksitzung des Hiesfelder Carneval Clubs in der Aula des Gustav-Heinemann-Gymnasiums als Prinzenpaar verabschiedet. Auftritte, Besuche bei den Gastvereinen, Termine, Termine über eineinhalb Jahre. „Jeder Zeit wieder“, bekräftigte Michael I. noch auf der Bühne. „Gut drauf, gut drauf, den HCC, den brauchen wir“. Ein Lied mit Mottocharakter.

Es waren Programmgäste von auswärts, die diese Zeilen zu „Sexbomb“ mit den Jecken im Saal anstimmten. Und auch das war wiederum bezeichnend für den Abend. Der HCC präsentierte einen ausgesprochen runden Mix aus eigenen Aktiven, Gastbeiträgen befreundeter Vereinen und Showacts, die sich für ihre 20 bis 30 Minuten Programm ein Vielfaches ihrer Bühnenzeit über die Autobahnen durch den Schnee nach Hiesfeld und zurück kämpften, während es im Saal Konfetti regnete.

Tanz und Kabarett

Los ging es, nach dem traditionellen Einmarsch des Elferrats zum „Trömmelsche“ vom Tambourkorps Voerde, mit dem club-eigenen Nachwuchs. Die Rotbach Kids gibt’s in zwei Altersgruppen, beim Gardetanz stehen die Großen und die Kleinen als starke Formation gemeinsam auf der Bühne. Doch zunächst präsentierten sich die U 10-Tänzerinnen als „fleißige Handwerker“, ganz nach dem Sessionmotto.

Zum Beginn des Auftritts gleich drei Räder schlagen, aus der Verbeugung heraus den Fuß über den Kopf ziehen und aus der Brücke Überschläge machen: Ein Solo-Tanzmariechen ist Tänzerin und Artistin in einem. Tiziana von „We sind wer dor“ Eppinghoven beherrscht diese Kunst und erntet dafür den verdienten Applaus. Stimmung ist garantiert, wenn das Jumping Team des DKV auf die Bühne hüpft. Höhepunkt einer jeden HCC Prunksitzung ist und bleibt jedoch das club-eigene Männerballett, dessen Playback-Show zuvor für Begeisterung mit einem lachenden und einem weinenden Auge bei den Feiernden im Saal sorgte: es ließ Udo Jürgens im Bademantel wiederauferstehen.

Humoristisches im Karneval: das müssen keine abgedroschenen Plattitüden sein. Wenn Präsident Holger Jernejovc Et Zweijestirn als Kabarettduo ankündigt, ist dies nicht zu hoch gegriffen. Die beiden ziehen mit populären Schlagern aktuelles aus Politik und Sport durch den Kakao. Träumen sich auf der Baustelle des Flugplatzes Berlin „über den Wolken“ und gehen mit den „alten Säcken“ der FIFA gnadenlos zu Gericht. Korruption? „Da sin mer dabei“ singen sie. Apropos Gericht: Uli Hoeneß’ „Tränen lügen nicht“. Und dann heißt es Farbe bekennen: „Steht auf, wenn ihr Steuern zahlt“: wer dabei sitzen bleibt, erntet den Spott der anderen Jecken im Saal.

Geehrt werden Christian Jonda und Hardy Staar für ihr Engagement für den HCC, neues Ehrenmitglied ist der Vorsitzende der SPD Hünxe, Volker Marquard. Der wurde in Dinslaken auf der Hiesfelder Straße geboren, der heutigen Karl-Heinz-Klingen-Straße.

Ewald und Horst dagegen stammen aus Oldenburg. Zwei Landeier, die dem Publikum überzeugend darlegen können, wie das Gerät, was man heute als Alphorn kennt, tatsächlich in Norddeutschland zum Aalfang entwickelt wurde. Wenn Horst Blues singt und Ewald dazu die Soli auf eben jenem „Aalhorn“ bläst, rockt der Saal. Eine Stimmungssteilvorlage für die Oedingsche Jongs, die mit live gespielten Kölschen Tön die Jecken weiter in die Nacht feiern ließen.

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