Große Lösung für mehr Sicherheit

Ralf Kubbernuß
Die Grafik zeigt eine Perspektive der Augustastraßen-Planung, die weiter diskutiert werden kann.
Die Grafik zeigt eine Perspektive der Augustastraßen-Planung, die weiter diskutiert werden kann.
Foto: Brilon Bondzio Weiser Ing.Ges.für Verkehrswesen mbH
Planer und Stadtverwaltung präsentierten Sanierungspläne für die Augustastraße.

Dinslaken.  Auch wenn die Maßnahme noch nicht beschlossen und die Planungen in der Vorphase sind, steht schon eines fest: Die Sanierung der Augustastraße zwischen Katharinenstraße und „Zum Fischerbusch“ wird eine langwierige Angelegenheit. Und teuer wird es auch. Über Hintergründe, Notwendigkeiten, Planungen und mögliche Kosten informierten die beauftragten Planungsbüros und Vertreter der Stadtverwaltung am Montagabend im Rathaus rund 100 Eigentümer. Die erfuhren zuerst, dass der Zustand der zwischen den 60er Jahren und 2002 verlegten Kanäle unter dem Strich denkbar schlecht ist, die Rohre undicht, durchdrungen von Wurzelwerk.

Zu wenig Gefälle

Weil aufgrund von Bergschäden die Kanäle teilweise drastisch abgesackt sind, fehlt in Teilen das Gefälle und das Wasser staut sich. Das ist auch der Grund dafür, dass die Kanäle nicht von innen – etwa durch das Einziehen einer Harzschicht – saniert werden können, sondern neue mit genügend Gefälle verlegt werden müssen. Und dabei ist Eile geboten, da das Abwasser durch die Undichtigkeiten das Grundwasser verunreinigen könnte, was sogar strafbar ist.

Statt das Kanalnetz stückweise zu ersetzen, Straßen, Rad- und Fußwege auszubessern, schlägt die Verwaltung den großen Wurf vor, will die Gelegenheit nutzen, den gesamten Straßenraum neu zu überdenken, nach dem Verlegen von Kanälen und Versorgungsleitungen den Verkehr neu zu ordnen.

Das Gesamte sei zwar mit 900 000 Euro mehr zu veranschlagen, würde aber am Ende zur deutlichen Verbesserung der Gesamtsituation beitragen und für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, glauben die Planer. Die vermeintlich preiswertere Ausbesserungs-Lösung könnte die Eigentümer am Ende deutlich teurer zu stehen kommen, wenn die Straße dann doch in ein paar Jahren saniert werden muss.

Wichtige Ziele bei der Neuordnung sind, die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der Augusta­straße zu reduzieren, die Räume für fahrende sowie parkende Autos, Radfahrer und Fußgänger zu gliedern und für mehr Aufenthaltsqualität zu sorgen. Zwei durch einen nutzbaren Mittelstreifen getrennte Fahrbahnen und eine abgetrennte Radspur sollen so breit sein, dass zwei entgegenkommende Pkw und Radfahrer mühelos Platz haben, ein Lkw-Fahrer aber schon auf Radfahrer achten muss.

Radfahrer nutzen auch den Gehweg

Das sei nach aktuellen planerischen Erkenntnissen die beste Lösung, um die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, damit sie Rücksicht auf andere nehmen, und führe in der Regel zu deutlicher Geschwindigkeitsreduzierung, berichtete Verkehrsplaner Dr.-Ing. Frank Weiser. Radfahrer können nicht nur die Spur auf der Fahrbahn, sondern auch den Gehweg nutzen, was zu weiterer Durchmischung und höherer Aufmerksamkeit führen soll. Für mehr Verkehrssicherheit sollen auch ein Kreisverkehr an der Katharinenstraße sowie eine Ampelanlage an der oft von Schulkindern gequerten Kreuzung Elisabeth-/Industrie-/Augustastraße sorgen.

Um den fließenden und ruhenden Verkehr neu ordnen zu können, müssen zahlreiche zumeist kranke Bäume weichen: 44 Bäume bleiben erhalten, 70 werden gefällt, 65 neu gepflanzt. Positiv fällt die Bilanz bei den Parkplätzen aus: Die Zahl soll sich von derzeit 38 auf 59 erhöhen.

Bäume werden größtenteils ersetzt

Der komplette Umbau soll – am Fischerbusch beginnend – in drei Abschnitten erfolgen, insgesamt sind dafür 32 Monate veranschlagt. Die Gesamtkosten werden mit 5,75 Millionen Euro kalkuliert, davon müsste eine Million Euro auf die anliegenden Eigentümer umgelegt werden. Nach derzeitigem Stand werden „normale“ Eigentümer mit acht bis zehn Euro pro Quadratmeter Grundstück zur Kasse gebeten. Wer ein eingeschossiges Einfamilienhaus auf einem 400 qm Grundstück besitzt, müsste demnach 3200 bis 4000 Euro für den Ausbau zahlen. Doch das alles ist noch reine Theorie, denn erst müssten die Planungen von der Politik beschlossen und konkretisiert werden. Und auch die Bürger würden noch einmal beteiligt, bevor möglicherweise ab Anfang 2017 die Bagger rollen.