Grenzüberschreitende Partnerschaft

Rita Meesters
Gastgeber und Gäste beim Mittagessen im Alfred-Delp-Haus.
Gastgeber und Gäste beim Mittagessen im Alfred-Delp-Haus.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Die Caritas im weißrussischen Grodno wird aus Dinslaken tatkräftig dabei unterstützt, in der Heimatstadt einen ambulanten Dienst aufzubauen.

Dinslaken.  Die Idee einer Partnerschaft zwischen der Caritas im weißrussischen Grodno, dem Caritasverband Dinslaken/Wesel und der Kirchengemeinde St. Vincentius entstand im vergangenen Jahr bei einem Essen in Dinslaken. Nun wollen die Partner konkrete Projekte für die Menschen in der Stadt mit über 300 000 Einwohnern auf den Weg bringen: Mit tatkräftiger Unterstützung aus Dinslaken soll in der Region nahe der polnischen Grenze ein ambulanter Dienst aufgebaut, ein Fahrzeug angeschafft und Patenschaften für bedürftige Kinder vermittelt werden. Bei einem Besuch von Diözesancaritasdirektor Pfarrer Vitaliy Dabralovich, seiner Stellvertreterin Elena Mikhajlik und Projektleiterin Aksana Sidarchuk in Dinslaken planten die Partner gemeinsam die nächsten Schritte.

Die Besucher nutzten den Aufenthalt am Niederrhein, um den Kontakt zu den Projektpartnern zu vertiefen und sich vor Ort einige Einrichtungen anzuschauen. Sie informierten sich etwa über die hiesige Altenpflege, ambulante Dienste und schauten sich auch das fast fertiggestellte Seniorenheim St. Benedikt an der Trabrennbahn an, wo unter anderem ein Hospizbereich mit einigen Betten entstehen soll. Die Besucher zeigten sich sehr beeindruckt von den Angeboten. Gäste und Gastgeber, darunter Caritasdirektor Michael van Meerbeck, Pfarrer Gregor Kauling, Monika Barking (Dekanatscaritas St. Vincentius), Dr. Romana Drabik (Lepra- und Tuberkulosehilfe) und Guido Busch (Caritasverband), überlegten bei einem gemeinsamen Mittagessen im Alfred-Delp-Haus, wie es in den kommenden Monaten weitergehen soll.

Im weißrussischen Grodno und seiner ländlichen Umgebung sind die Strukturen für die Pflege von alten und kranken Menschen noch nicht so weit entwickelt. Es leben jedoch gerade in den Dörfern viele ältere Einwohner. Daher ist nun geplant, einen ambulanten Dienst auf ehrenamtlicher Basis aufzubauen, der sich um Hilfen für die betagten Menschen kümmert. Um die Infrastruktur für diesen Dienst zu unterstützen, sollen in der Gemeinde St. Vincentius Spenden gesammelt werden. Unter anderem wird damit ein Wagen finanziert, der zum Beispiel Essen ausliefern kann. Zudem wird sich so bald wie möglich ein Hilfstransport nach Grodno auf den Weg machen, an dem Gregor Kauling, Michael van Meerbeck, Monika Barking und Guido Busch teilnehmen. Im Gepäck sind 300 Atemmasken für die Tuberkuloseklinik (finanziert auch durch Spenden, die Gregor Kauling zu seinem 50. Geburtstag gesammelt hat) sowie medizinisches Material.

Auch die Idee einer Patenschaft für bedürftige Kinder wird nun weiterverfolgt: Die Partner in Grodno suchen die Familien aus, die dann von Gemeindemitgliedern aus Dinslaken durch einen monatlichen Beitrag unterstützt werden können. Im Gegenzug werden die Dinslakener durch regelmäßige Berichte über die Aktivitäten auf dem Laufenden gehalten.