Gesamtschüler aus Dinslaken sammeln für Straßenkinder

Diese Schulkinder der Klasse 6f der Ernst Barlach Gesamtschule putzen in der Dinslakener Neustraße Schuhe und sammeln Spenden für Kinder in der Not.
Diese Schulkinder der Klasse 6f der Ernst Barlach Gesamtschule putzen in der Dinslakener Neustraße Schuhe und sammeln Spenden für Kinder in der Not.
Foto: Heiko Kempken
  • Schulkinder sind in der Fußgängerzone als Schuh- und Fensterputzer unterwegs
  • Aktion „Sichtwechsel“ der Hilfsorganisation „Terre des Hommes“ hilft Kindern in Mosambik
  • Dinslakener Schüler sammeln Spenden und machen auf das Problem der Kinderarmut aufmerksam

Dinslaken.  Vier Schüler der Ernst-Barlach-Gesamtschule tummeln sich auf dem Parkplatz entlang des Rutenwalls. Mit Eimer, Lappen und Putzmittel bewaffnet steuern sie die vorbeifahrenden Autos an und bieten an, die Scheiben zu putzen. „Sie hat endlich ja gesagt“, ruft Nils Overkamp. Der Zwölfjährige aus der 6f hält ein Pappschild in der einen und eine Spendendose in der anderen Hand, in der die Geldspenden gesammelt werden.

Das Geld ist nicht für Nils und seine Mitschüler – es soll Straßenkindern in Mosambik helfen, eine Schule besuchen zu können. „Straßenkind für einen Tag“ heißt die Aktion der Hilfsorganisation „Terre des Hommes“, an der die sechsten Klassen der Ernst-Barlach-Gesamtschule jedes Jahr teilnehmen. Einen Tag sollen die Dinslakener Schüler nachempfinden, wie es ihren Gleichaltrigen im südostafrikanischem Land geht, die nicht zur Schule können und stattdessen auf der Straße arbeiten oder betteln, um den Familienunterhalt mitzuverdienen.

Sichtwechsel auch im Schulfach Gesellschaftslehre

„Ich bin froh, nicht arbeiten zu müssen und zur Schule zu können“, sagt Mia Heinrichs. Sie und ihre Freundinnen Nina Mailänder, Tuana Erkol, Ayla Göktas sind mit einem Bauchladen auf der Neustraße unterwegs und verkaufen selbstgebastelte Lesezeichen und Taschentücher. Den „Sichtwechsel“ vom Schulalltag in Deutschland und den Verhältnissen im Entwicklungsland haben sie im Fach Gesellschaftslehre durchgenommen.

Beim Projekt der Hilfsorganisation erleben sie es selbst, was es heißt auf der Straße um Geld bitten zu müssen. „Manche sagen, sie haben selbst nichts, und dass wir abhauen sollen“, erzählen die vier 11-Jährigen. Das nerve schon, aber ihre Lehrer haben gesagt, dass sie auch in diesen Fällen freundlich bleiben sollen.

Niklas Ciemiega (13) hat Straßenkinder im Familienurlaub in Brasilien gesehen und fühlt mit ihnen: „Ich denke, ich weiß, was die erlebt haben und möchte helfen“, sagt er. Auch Noureddine Bensfia (12) will helfen. Gegen eine Spende putzen sie schmutzige Schule. „Viele ignorieren uns“, sagt er. Andere spenden, ohne geputzte Schuhe oder Autoscheiben zu erwarten.

 
 

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