Gericht fragte Stadthalle Dinslaken für Loveparade-Prozess an

Die Dinslakener Kathrin-Türks-Halle: Neben der Messe Düsseldorf ist auch Dinslaken als Ort für den Loveparade-Prozess im Gespräch.
Die Dinslakener Kathrin-Türks-Halle: Neben der Messe Düsseldorf ist auch Dinslaken als Ort für den Loveparade-Prozess im Gespräch.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Das Landgericht Duisburg hat neben der Messe Düsseldorf auch die Stadthalle als Standort für die Verhandlung angefragt. Diese Woche ist ein Ortstermin mit Stadthallenpächter Jörg Springer vorgesehen. Konkrete Verhandlungen, so Landgerichts-Sprecher Bernhard Kuchler, würden derzeit nur mit der Messe Düsseldorf geführt.

Dinslaken. Der Loveparade-Prozess findet möglicherweise in Dinslaken statt. Das Landgericht Duisburg hat für den Prozess um die Aufarbeitung der Katastrophe, bei der 21 Menschen getötet und über 500 Menschen verletzt wurden, die Kathrin-Türks-Halle angefragt. Die Räume des Landgerichts selbst sind für einen Prozess dieser Größenordnung zu knapp, die Mercatorhalle nebenan ist derzeit geschlossen. Diese Woche ist ein Ortstermin mit dem Stadthallenpächter Jörg Springer vorgesehen.

Konkrete Verhandlungen, so Landgerichts-Sprecher Bernhard Kuchler, würden derzeit nur mit der Messe Düsseldorf geführt. Dennoch sehe man sich nach alternativen Standorten um - neben der Stadthalle Dinslaken ist etwa auch die Niederrheinhalle Wesel im Gespräch. Eine Entscheidung falle allerdings nicht, bevor die Anklage stehe und damit auch die Anzahl der Prozessbeteiligten. Außerdem seien Sicherheitsaspekte relevant sowie die generelle Eignung: „Der Standort muss der Würde des Gerichts angemessen sein“, so Bernhard Kuchler.

300 Zuschauer un 150 Nebenkläger wollen Prozess mitverfolgen

Spezialseiten300 Zuschauer, 20 Verteidiger, vier Staatsanwälte, sechs Sachverständige und 150 Nebenkläger - diese Zahlen liegen Jörg Springer vor, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern mögliche Stellvarianten in der Stadthalle ausprobiert hat. Das Richterpult würde wohl auf der Bühne stehen, ebenso wie Staatsanwaltschaft, Verteidiger. Sicherheitsvorkehrungen wie die vor Gerichten üblichen Schleusen seien Sache des Landgerichts, so Springer, der das Thema bereits mit der Stadtverwaltung besprochen hat. Denn neben den Hallenbetreibern müssen auch die jeweiligen Kommunen zustimmen.

Befürchtungen, ein solcher Prozess könne dem Image der Stadt schaden, habe Bürgermeister Dr. Michael Heidinger laut Springer nicht. Allerdings müsste ein Zeitplan für die jüngst beschlossene Sanierung der Halle eventuell neu gesteckt werden. Die Eignung der einzelnen möglichen Standorte für den Prozess will das Landgericht nicht kommentieren. Auch wann Anklage erhoben wird, steht noch nicht fest.

 
 

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