Gegenbesuch in Agen

Dinslaken/Agen.  Seit vier Jahrzehnten ist es gute Tradition, dass die Partnerstädte Agen und Dinslaken die runden Geburtstage zweimal feiern. Einmal in Dinslaken und dann im Südwesten Frankreichs. In der vergangenen Woche reiste Bürgermeister Michael Heidinger auf Einladung seines Amtskollegen Jean Dionis du Séjour nach Agen, um dort das vierzigjährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern.

Mit ihm kam eine Delegation aus Politik, Verwaltung und Partnerschaftsverein, aber auch eine Reisegruppe der Lebenshilfe, der Kinder- und Jugendchor „Die schiefen Spieler“, die Dinslakener Sängerinnen Kerstin Saddeler-Sierp und Samirah al Amrie und eine ganze Reihe Freunde der Städtepartnerschaft, die auf eigene Kosten nach Agen gereist waren, um die Jubiläumsfeierlichkeiten mitzuerleben.

Die Termine gingen Schlag auf Schlag: Besuch im Trainingszentrum des Rugby-Teams Agen, Besichtigung des neuen Kongresszentrums und des neu gestalteten Bahnhofs, Radtour im Landschaftpark Passeligne, Ausstellungsbesuche, Stippvisiten bei regionalen Unternehmen und ein Arbeitstreffen zu einem künftigen gemeinsamen EU-gefördertem Kulturprojekt gehörten genauso dazu wie der Besuch der Klosterkirche in Moirax und das stille Gedenken am Grab von Daisy Landat, die die Städtepartnerschaft als Übersetzerin bis zu ihrem Tod im Sommer 2015 mit großem persönlichem Engagement begleitet hatte.

Drei repräsentative Abendveranstaltungen dokumentierten die Bedeutung, die diese Städtefreundschaft erlangt hat: In Agens ältestem Gymnasium Saint Caprais führte Ursula Marquez, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Agen-Dinslaken, alle zusammen, die sich auf französischer Seite in den vergangenen Jahrzehnten für die Jumelage engagiert hatten.

Deutsch-französischer Liederabend

Im „Salle des Illustres“, dem Ratssaal der Stadt Agen mit den Gemälden der berühmten Persönlichkeiten der Stadt, fand ein Empfang zu Ehren der beiden Partnerschaftsvereine statt. „Städtepartnerschaft ist Sache der Bürgerinnen und Bürger“, betonten Klaus-Dieter Graf und Ursula Marquez in ihren Reden. Besonders bewegend wurde es, als zwei Menschen mit Behinderung und eine junge Sängerin der „Schiefen Spieler“ ihre Grußbotschaften ins Mikrofon sprachen. Die Gastgeber aus Agen ließen es sich nicht nehmen, dieses Treffen mit einer feuersprühenden Geburtstagstorte abzuschließen.

Am Ende der Feierlichkeiten stand ein deutsch-französischer Liederabend im Theater von Agen. Vor voll besetztem Haus sprachen die beiden Bürgermeister. Jean Dionis du Séjour ging dabei weit in die bewegte Vergangenheit der beiden Nachbarn Deutschland und Frankreich, Michael Heidinger stellte die aktuelle europäische Bedeutung der Städtepartnerschaft in den Mittelpunkt. Sichtlich bewegt nahm Dinslakens Bürgermeister die goldene Medaille der Stadt Agen entgegen. Diese werde nur selten vergeben, führte Jean Dionis du Séjour aus, immer aber an Menschen und Organisationen, die sich in besonderer Weise um die Stadt Agen verdient gemacht hätten.

Sein glanzvolles Ende nahm der Abend dann mit einem Musikprogramm, gestaltet von Kerstin Saddeler-Sierp, Samirah Al-Amrie, dem erst 18-jährigen Ausnahmepianisten Marco Poingt, den Schiefen Spielern und Stéphan Rizon, der 2012 als die beste Stimme Frankreichs beim TV-Wettbewerb „The Voice“ ausgezeichnet wurde. „Ein Konzertabend der Spitzenklasse“, so war das Urteil des Publikums und noch an Ort und Stelle wurden Pläne geschmiedet, wie auch Dinslaken in den Genuss dieser einmaligen musikalischen Zusammenarbeit kommen könne.

 
 

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