Gegen Hass und Unrecht

Vertreter der Stadt, Muslime und Christen unterschrieben den Dinslakener Appell.
Vertreter der Stadt, Muslime und Christen unterschrieben den Dinslakener Appell.
Foto: WAZ FotoPool
Rund 250 Bürger der Stadt, Muslime und Christen, Alt- oder Neubürger Dinslakens versammelten sich im Rathaus, um gegen Extremismus aufzustehen und unterschrieben einen Appell zum bundesweiten Aktionstag „Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht.“

Dinslaken.  „Gewaltbereiter Salafismus stellt eine zunehmende Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Auch in Dinslaken gibt es junge Menschen, die diesem extremistischen Gedankengut folgen... In unserer Stadt ist kein Platz für Lehren, die unsere Freiheit und Sicherheit missachten...“ , so lauten Auszüge aus dem Dinslakener Appell zum bundesweiten Aktionstag „Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht“, der gestern auf große Resonanz stieß. Zu nah liegen die Erinnerungen noch auf jene Zeit, in der schon einmal Hass und Unrecht in dieser Stadt regierten.

Dinslaken schaue hin, Hass und Unrecht würden hier nicht unter den Teppich gekehrt, sagt dann auch Bürgermeister Michael Heidinger in seiner Rede, ob es dabei um die Dinslakener Vergangenheit und die Verfolgung der jüdischen Mitbürger gehe, um neu aufkeimendes rechtes Gedankengut oder um den Salafismus. „Dinslaken schaut hin und steht zusammen für Toleranz, Demokratie und Menschlichkeit.“

In die Schlagzeilen sei Dinslaken durch die Salafisten um den Selbstmordattentäter Philipp B. geraten, das aber würde die Stadt und seine Menschen nur noch mehr zusammenschweißen, wie man am Aktionstag sehen konnte. Bürger der Stadt, Vertreter zahlreicher Vereine, Kirchen und Institutionen, und noch mehr Bürger mit Migrationshintergrund aus allen Vereinen und Moscheegemeinden waren im Rathaus versammelt, um unmissverständlich für Toleranz und Demokratie einzustehen.

Religion verbietet das Töten

„Angesichts der jüngsten Brandanschläge auf mittlerweile fünf Moscheen und eine Synagoge in den letzten Wochen und die Kriege in Syrien und im Irak, wollen wir die Muslime bundesweit mit Vertretern aus Religion, Politik und Gesellschaft gegen Hass und Gewalt und für Frieden unsere Stimmen erheben“, verlas Turhan Tuncel, Vorsitzender des Integrationsrates, „Wir verurteilen die Gewalt, die im Namen des Islam ausgeübt wird und wollen deutlich machen, dass das gewaltsame Vorgehen der Terrorgruppe IS nichts mit dem Islam zu tun hat.“

Die hatte zuvor Imam Hedi Brik von der Arrahma Moschee in der Innenstadt im Gebet verkündet. Er zitierte dabei die Worte des Propheten Mohammeds, der das Töten vom Mitmenschen verbot. Der Islam, so sagte er, sei eine Religion, die für das Leben einsteht und warnte die Moscheebesucher vor der Verführung fanatischer Extremisten, die gegen den Islam verstießen. „Der Terror und das Morden verstößt gegen unsere Religion“, bekräftigt auch Arrahma-Vorsitzender Abdallah Thabeth.

Die Veranstaltung mit rund 250 Gästen soll nicht die einzige bleiben. Andere Aktionen sollen folgen, so Burhan Cetinkaya, Integrationsbeauftragter in Dinslaken. Bis zum 27. Oktober liegt der Appell jedoch erst einmal in der Bücherei Stadtmitte und Lohberg sowie im Bürgerbüro aus. Cetinkaya hofft, dass ihn möglichst viele Bürger der Stadt unterschreiben und somit ein Zeichen setzten gegen Hass und Unrecht.

 
 

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