Gastwirt sagte „Feinkost Hummer“ ab

Rosali Kurtzbach
Foto: WAZ
Josef Latz stellte seinen Saal den Veranstaltern nicht mehr zur Verfügung, nachdem er hörte, dass es sich um eine „Kaffeefahrt“ handeln sollte. Feinkost Hummer wollte das erst nicht akzeptieren, tauchte dann aber nicht auf. Ordnungsamt war vor Ort.

Dinslaken.  Kalte Füße haben scheinbar die Veranstalter der im Gasthaus Latz geplanten „Neujahrsfeier“ von „Feinkost Hummer“ bekommen. Denn nachdem Gastwirt Josef Latz bereits am Samstagmittag der Agentur mitteilte, dass er seinen Saal nicht für derartige „Kaffeefahrten“ zur Verfügung stelle, sind die Veranstalter am Montag gar nicht erst aufgetaucht. „Mich hatten bereits am Wochenende viele Leute darauf angesprochen, die den Bericht in der Zeitung gelesen haben und verunsichert waren, nach dem Motto: Was machst du denn da mit“, sagte Josef Latz zur NRZ.

Acht Senioren kamen

Der Gastwirt wusste auch erst seit Freitagnachmittag, um was für eine Feier es sich handeln sollte. „Die hatten den Saal für 50 Leute gemietet“, sagt Josef Latz. Davon, dass den Gästen Kaffeemaschinen und Präsentkörbe versprochen wurden, die sie „kostenlos“ mitnehmen könnten, und davon, dass die Staatsanwaltschaft Kleve gegen die Veranstalter eines „Feinkost Hummer“-Weihnachtsessens wegen Betruges ermittelt, wusste Josef Latz nichts.

Erst die Anfrage der NRZ bei der Stadt, ob „Feinkost Hummer“ überhaupt die Veranstaltung angemeldet hatte, brachte den Stein ins Rollen. Ein Antrag war nicht gestellt worden. Vorsichtshalber war das Ordnungsamt gestern im Gasthaus zugegen. Es kamen aber nur acht Senioren, die der Einladung von „Feinkost Hummer“ folgen wollten. Sie waren erst überrascht, dass es kein Kaffeetrinken geben würde, dann aber froh, dass sie nicht darauf reingefallen sind.

Josef Latz ist gespannt, ob er noch einmal was von den Veranstaltern hört. Als er den Nachmittag abgesagt hat, „wollten die mich auf Schadensersatz verklagen.“