Für einen guten Start ins Leben

Dinslaken/Voerde.  Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr – seit 100 Tagen können Familien in Voerde während oder nach der Schwangerschaft die Unterstützung einer Familienhebamme in Anspruch nehmen. Zwar steckt das Projekt, das in die Präventionskette „Frühe Hilfen“ eingebettet ist, selbst noch in den Kinderschuhen, doch am Donnerstagvormittag zogen Simone Kaspar (Beigeordnete und Stadtkämmerin in Voerde), Lothar Mertens (Leiter des Amtes für Schulen, Soziales und Jugend), Svenja Wißenberg (Kinder- und Jugendschutz der Stadt Voerde), Arnd Koukal (Awo, Abteilungsleiter Jugendhilfeverbund) sowie die Familienhebamme Beate Christinck im Beratungszentrum der Awo an der Alleestraße in Dinslaken eine erste Bilanz.

Seit dem 1. April ist Beate Christinck als Familienhebamme in Voerde unterwegs. Im Unterschied zu einer normalen Hebamme kann sie eine Familie bis zum ersten Lebensjahr des jüngten Kindes begleiten und auch psychosoziale Betreuung leisten. Die Familienhebamme ist eingebunden in das Netzwerk Startchancen (Frühe Hilfen im Kreis Wesel) und in das Team der ambulanten Hilfen der Awo.

Der Vorteil dieses Hilfsangebotes liegt für Kämmerin Simone Kaspar auf der Hand: Es sei kostenlos, unbürokratisch und unkompliziert, da die Kontaktaufnahme niederschwellig sei. Lothar Mertens ergänzt: „Kinderschutz hat einen hohen Stellenwert in Voerde.“ Unterstützung schon früh nach der Geburt soll späteren Maßnahmen vorbeugen. „Vor 15 Jahren wären wir für das Thema Familienhebamme belächelt worden“, so Mertens. Seit 2009 gibt es in Voerde eine Präventionskette (siehe Kasten), in die nun auch die Familienhebamme eingebunden ist.

Anfangs war Beate Christinck auf Hausbesuchen mit den Kollegen des Startchancen-Teams, bei Ärzten, Kliniken und Kindergärten. Momentan begleitet sie zwei schwangere Frauen, acht Kontakte gab es bisher am Telefon, denn nicht immer ist direkt ein Hausbesuch erforderlich. Im persönlichen Gespräch bereitet Beate Christinck die Frauen auf die Geburt vor, bespricht mit ihnen ihre Ängste, begleitet sie zu Ärzten, gibt Ernährungs- und Pflegetipps, hilft beim Ausfüllen von Formularen. Wichtig sei es, den Frauen die Unsicherheit zu nehmen, gerade wenn sie noch minderjährig seien, weiß die Hebamme. Die Hemmschwelle der Familien sei niedrig, denn Beate Christinck kommt nicht als Kontrollfunktion.

Die Betreuung richtet sich individuell nach dem Bedarf der Familie und auch bei der Nachbetreuung ist Beate Christinck als Ansprechpartnerin da, um für einen guten Start als Familie zu sorgen.

 
 

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