Fünf verzichten auf das Ratsmandat

Fünf Politiker ziehen nicht ins Voerder Rathaus ein.
Fünf Politiker ziehen nicht ins Voerder Rathaus ein.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
In Voerde haben in den Reihen von SPD, Grünen und Linken Kandidaten ihr Amt nicht angenommen

Voerde..  Auffällig ist nach dieser Kommunalwahl in Voerde die Zahl derer, die auf ihr Stadtratsmandat verzichten: Fünf Bewerber, die am Ende über die jeweilige Reserveliste ihrer Partei in das Kommunalparlament einzogen, treten ihr Amt nicht an.

Während es bei den Grünen mit Ulrich Lütke und den Linken mit Regina Goltz jeweils eine Verzichtserklärung gibt, sind es bei der SPD im Zuge des Nachrückverfahrens am Ende drei Kandidaten, die ihr Mandat nicht annehmen: Zunächst zog Ursula Wagner zurück, die für sie nachrückende Karin Wietheger tat es ihr kurz darauf gleich. Als nächstes wäre Dr. Henning Friege am Zug gewesen, der anders als Wagner und Wietheger als Direktkandidat angetreten war.

Die Gründe für den Mandatsverzicht, der zwar nicht ungewöhnlich, aber in dieser Ausprägung dann doch deutlich ist, sind unterschiedlich. Henning Friege, der seit Anfang des Jahres selbstständig ist, führt berufliche Gründe an. „Man weiß nicht vorher, wie sich das entwickelt“, erklärt er mit Verweis darauf, dass die Geschäfte zugenommen hätten, er daher häufig unterwegs sei und ihm damit nicht genügend Zeit für die Arbeit im Rat bliebe. Anders hätte er im Fall des gewonnenen Wahlkreises entschieden. „Ich hätte versucht, es möglich zu machen.“ Mit acht Stimmen war der Rückstand zu Gewinner Walter Seelig (CDU) äußerst knapp.

Karin Wietheger hatte angesichts ihres hinteren Listenplatzes mit dem Einzug in den Stadtrat nicht gerechnet. Die Sozialdemokratin trat für den Kreistag an, dem sie erneut angehört. Ein Doppelmandat soll es qua Parteibeschluss nicht geben. Dass sie nicht noch weiter hinten auf der Reserveliste für den Stadtrat stand, wodurch ihr Einzug unwahrscheinlich geworden wäre, erklärt sie mit dem vom Bundesparteitag beschlossenen Reißverschluss-Verfahren. Demnach sollen sich bei der Besetzung Frauen und Männer abwechseln. Doch dafür gab es laut Wietheger nicht genügend Kandidatinnen. Das Verfahren hätte man früher, mit Listenplatz 10, enden lassen sollen, resümiert sie.

Für Ulrich Lütke war der Verzicht zwangsläufig. Parallel zu seiner Nominierung hatte er aus persönlichen Gründen in Wesel nach einer neuen Wohnung nahe seines Arbeitsplatzes gesucht. Als Weseler aber kann er nicht Mitglied des Voerder Rates sein. „Das hat mich selber ein wenig überrollt. Ich hätte eher die Notbremse ziehen müssen“, räumt er ein.

Anders stellt sich der Fall bei Regina Goltz dar. Sie sollte eigentlich auf Listenplatz 3 statt 2 der Linken rangieren, auf Kreisverbandsebene sei jedoch anders entschieden worden. Sie landete auf Platz 2, ihr Mann Udo auf Platz 3. Die Linken zogen mit zwei Vertretern in den Rat ein. Wären es drei gewesen, hätte Goltz ihr Mandat angenommen, da die Arbeit dann „besser aufgeteilt“ gewesen wäre. So aber fürchtet sie angesichts anderweitiger Verpflichtungen eine Überbelastung.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel