Förderstiftung holt Taufstein zurück

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Dinslaken..  Der Hiesfelder Taufstein kommt zurück: 1834 wurde das gotische Becken aus Sandstein aus dem 15. Jahrhundert von dem Hamborner Pfarrer Werner Dahlmann der Hiesfelder Gemeinde abgekauft. Bis 1939 wurde der Taufstein in der Hamborner Abteikirche genutzt. Seitdem lagerte er dort an verschiedenen Orten, zuletzt in einem Lagerraum. Seit beinah vier Jahren bemühte sich der Rat der Förderstiftung Ev. Dorfkirche Hiesfeld, den Taufstein an seinen Ursprungsort zurückzuholen. Mit Erfolg. Am 6. April wird er in einem feierlichen Gottesdienst, der um 10.45 Uhr beginnt, enthüllt.

Stilgerechte Restaurierung

1834 bemerkt der Hamborner Pfarrer Werner Dahlmann anlässlich eines Besuches bei seinem Hiesfelder Amtskollegen Hausemann auf dem Kirchhof nahe der Dorfkirche die Bruchstücke eines alten spätgotischen Taufbeckens. Die geschwungenen Reliefs der Maßwerkfelder und ein eingeschlagenes Doppelwappen des kleve-märkischen Herzoghauses auf dem mächtigen Stein beeindruckten den Pastor. Mit Blick auf das Wappen mutmaßte er, dass es sich um ein Taufbecken handeln könnte, das vor sehr langer Zeit von den Herzögen zu Kleve und Mark der Hiesfelder Gemeinde zum Geschenk gemacht wurde. Und tatsächlich ist die Entstehung des prächtigen Taufsteins seines Wappens wegen in der Herrschaftszeit der Herzöge von Kleve-Mark einzuordnen, also in die Zeit zwischen 1368 und 1521.

Angesichts des historischen Wertes entschloss sich Pfarrer Dahlmann, den Taufstein der Gemeinde Hiesfeld aus eigener Tasche abzukaufen, um ihn wieder herrzurichten und in seiner ganzen Schönheit in der Hamborner Abteikirche aufstellen zu lassen. Zwölf Taler zahlte Dahlmann für den Stein und beauftragte auf eigene Kosten den jungen Kölner Bildhauer Arnold Franken mit der stilgerechten Restaurierung des Taufsteins. Vom Ergebnis ist Dahlmann begeistert. Der Bildhauer habe „das edle Denkmal von geschichtlichem Wert in seiner ursprünglichen Schönheit“ wieder hergestellt habe.

 
 

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