Flunkyball-Turnier in Dinslaken-Hiesfeld erregte die Gemüter

Anwohner auf der einen Seite, Jugendliche auf der anderen: Bei einem Flunkyball-Turnier in Hiesfeld musste die Polizei zwischen den Parteien schlichten. Zuletzt konnte die Massenveranstaltung fortgesetzt werden - unter Auflagen.

Dinslaken.. Wenige Wochen, nachdem sich hunderte Jugendliche am Rhein zur spontanen Massenparty (Flashmob) verabredet hatten, gab es in Dinslaken wieder einen Massenauflauf, der die Gemüter bewegte. Laut Dinslakener Ordnungsdienst trafen sich auf der sogenannten Eierwiese neben dem Schulzentrum in Hiesfeld etwa 400 bis 500 „junge Erwachsene“, um dort Flunkyball zu spielen (s. Info).

Nach dem Fiasko am Rhein hatten sich die Initiatoren, die wiederum über die Internet-Plattform „Facebook“ zu dem Treffen „Flunk in den Mai“ eingeladen hatten, vorgenommen, alle Seiten zufrieden zu stellen, wollten sich vernünftig verhalten, hatten auch Müllsäcke dabei. Um 11.30 Uhr marschierten bei bestem Wetter die Teams aus Walsum, Duisburg, Voerde ins Mühlendorf, um dort ihr kurioses Spiel zu spielen.

Wie ein "Happening" aus den Siebzigern

Mit ihren bunten Kopfbändern, Sonnenbrillen und selbst gemachter Kleidung erinnerte die Szenerie an ein „Happening“ aus den Siebzigern, wenngleich die Bande am Samstag nicht Veränderung verlangte, sondern einzig eine unbeschwerte Zeit. Während Jungen und Mädchen johlten, krächzten und tranken, legte sich der Sound einer mitgebrachten Akustikgitarre über die Menge.

Schon im letzten Jahr lockte das Turnier nicht nur 250 Jugendliche an, sondern selbstverständlich auch die Polizei nach Hiesfeld, die die Flunkyball-Spieler und Freunde gewähren ließ. Gegen 13.30 war es dann auch in diesem Jahr soweit. Erste Verhandlungen zwischen Organisatoren und Polizisten brachten keine endgültige Entscheidung, ob die Veranstaltung aufgelöst werden muss.

Eine Anwohnerin machte ihrem Ärger Luft: „Das Problem ist, dass jedes Wochenende Jugendliche hierhin kommen. Immer heißt es ‚Aber das ist doch nur ein einziges Mal‘. Nahezu jedes Wochenende müssen wir den Müll aufsammeln.“

Polizei versuchte zu vermitteln

Jörg Schnier, Jugendwart des TV Jahn Hiesfeld, beobachtete mit einigen anderen Erwachsenen wohlwollend das Treiben und entgegnete der aufgebrachten Anwohnerin: „Man muss den Jugendlichen doch auch mal was gönnen. Sie sehen doch, dass das hier alles friedlich abläuft.“

Die Polizei und der Dinslakener Ordnungsdienst versuchten, zwischen den Interessen zu vermitteln. Auch Astrid Erdmann, Leiterin des städtischen Fachbereichs Ordnung, schaltete sich vor Ort in das Geschehen ein.

Schließlich wurde unter der Bedingung, dass die Verhaltensregeln eingehalten werden, die Fortführung des Turniers gestattet. „Unsere größte Sorge ist das Jugendschutzgesetz. Wir müssen auf die Einhaltung achten. Ebenso auf die Sauberkeit. Vielleicht könnte man im nächsten Jahr vorab Absprachen halten und die Rahmenbedingungen abstecken“, so Erdmann.

Der Siegespreis ist eine Radkappe

Gegen Abend hatte die Menge ihr Sieger-Team ermittelt. „Fünf gewinnt“, zusammengesetzt aus Jugendhandballern, ist nun frisch gebackene Besitzer einer alten Radkappe, die als Trophäe ausgelobt war.

Als die „jungen Erwachsenen“ nach dem Turnier das Feld geräumt hatten, bevölkerten ältere Erwachsene die Eierwiese „in einer Weise, dass sie sich bei den Jüngeren besser noch etwas abgeguckt hätten“, so Stadtsprecher Horst Dickhäuser.

 
 

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