Feuerwehr rettet drei Hirsche aus Baggersee in Hünxe

Rita Meesters
Am Dienstagnachmittag waren mehrere Hirsche durch das Eis im Tenderingssee gebrochen. Fotos: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Am Dienstagnachmittag waren mehrere Hirsche durch das Eis im Tenderingssee gebrochen. Fotos: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool

Hünxe. Dramatische Rettungsaktion auf dem Tenderingssee in Hünxe-Bruckhausen: Ein Rudel mit sieben Hirschen war Dienstagnachmittag auf den zugefrorenen See geraten. Fünf Tiere brachen ein und kämpften ums Überleben. Drei Hirsche konnte die Feuerwehr retten.

Es war ein tierisches Drama, das sich Dienstagnachmittag auf dem Tenderingssee in Hünxe-Bruckhausen abspielte: Ein Rudel mit sieben Hirschen war auf den zugefrorenen See geraten. Fünf Tiere brachen ein und kämpften im eisigen Wasser verzweifelt um ihr Leben. Zwei der Tiere kamen dabei um, drei weitere konnten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Hünxe und Bruckhausen in einer ungewöhnlichen Aktion retten.

„So einen Einsatz habe ich in 30 Jahren nicht erlebte“, kommentierte Einsatzleiter Bernd Stevens das Geschehen. Gegen 15.15 Uhr hatten Spaziergänger die Feuerwehr alarmiert. Die Hirsche hatten sich auf das dünne Eis des Surfsees gewagt, möglicherweise hatten sie auf der schneebedeckten Fläche die Gefahr nicht erkannt. Sie brachen ein und versuchten immer wieder, sich auf die Eisfläche zu retten - vergebens. Zwei der Tiere versanken schließlich im Wasser.

Am Geweih aus dem Wasser gezogen

Um den anderen drei Tieren zu helfen, entschlossen sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr, vom Surferstrand aus mit einem Motorboot eine Schneise durch die Eisfläche zu den Tieren zu schlagen. Nach einiger Zeit gelang es ihnen, das erste Wild am Geweih zu packen und an Land zu ziehen. Dort wurde dem völlig erschöpften Tier, das mindestens anderthalb Stunden im Wasser gezappelt hatte, eine Decke umgelegt. Das zweite Tier konnte auf gleiche Weise gerettet werden. Es war schon fast dunkel, als endlich der dritte Hirsch, der in seiner Panik weit vom Ufer weggeschwommen war, wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Die Wehrleute mussten bei ihrer Aktion sehr behutsam vorgehen. „Wir wollten die Tiere ja nicht verletzen“, berichtete eine junge Feuerwehrfrau. Immer wieder habe das Eis den Weg erneut versperrt.

In der Zwischenzeit war ein Rettungsversuch für zwei weitere Hirsche angelaufen, die weit draußen auf dem Eis des Sees standen. Der Polizeihubschrauber „Hummel“ war extra aus Düsseldorf angefordert worden. Nur einige Meter über dem Eis schwebend, sollte der Hubschrauber das Wild vom Eis scheuchen. Doch die Tiere rutschten immer wieder aus, sodass die Aktion abgebrochen werden musste. Weil es dunkel geworden war, beschloss man, die Tiere auf dem Eis zu lassen - in der Hoffnung, dass sie in der Nacht den Weg zum Ufer finden.

Zwei haben gute Überlebenschancen

Die drei geretteten Hirsche wurden schließlich in einen Hänger geladen, um die Nacht im Stall des örtlichen Jagdpächters zu verbringen. Zwei von ihnen haben nach Einschätzung von Tierarzt Dr. Uwe Boffin gute Überlebenschancen. Bei dem zuletzt geretteten Tier war der Tierarzt skeptisch. „Er ist sehr unterkühlt“.

Die Wehrleute freuten sich, dass es ihnen gelungen war, drei Tiere aus ihrer verzweifelten Lage zu retten. Von diesem Einsatz, ist sich der Hünxer Feuerwehr-Leiter Wolfgang Steinbrink sicher, wird man noch lange reden. Für ihn ist der Vorfall auch Anlass, eindringlich vor dem Betreten der Eisfläche am Tenderingssee zu warnen - damit beim nächsten Mal nicht Menschen aus dem eisigen Wasser gerettet werden müssen.