Erörterungstermin in Walsum

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Am 27. Mai beginnt der Erörterungstermin zur Erweiterung der Deponie Wehofen. Die Bezirksregierung rechnet mit vielen Teilnehmern und hat sich deshalb für die Stadthalle Walsum entschieden.

Dinslaken.  Der Termin steht fest: Am 27. Mai beginnt der Erörterungstermin zur Erweiterung der Deponie Wehofen. Viele Einwender wohnen in Dinslaken, haben sich kritisch zu den Plänen geäußert. Wollen sie nun an der Erörterung teilnehmen, müssen sie nach Walsum fahren. Bei einem Pressegespräch, zu dem Thyssen Krupp gestern eingeladen hatte, wurde darauf verwiesen, dass dies eine Entscheidung der Bezirksregierung sei. In Dinslaken hätte man keinen geeigneten Ort gefunden. Die Stadthalle und die Halle auf der Trabrennbahn seien angeschaut worden, so Andreas Theuer, Leiter Umwelt- und Klimaschutz bei Thyssen-Krupp Steel Europe. Die Bezirksregierung hat sich für die Stadthalle Walsum entschieden.

Naturschutzverbände sind gegen die Erweiterung, in der vom Rat beschlossenen Stellungnahme der Stadt Dinslaken werden die Pläne ebenfalls abgelehnt. Theuer und Betriebsrat Thomas Zimmermann betonten gestern, wie wichtig für den Stahlstandort Duisburg eine positive Entscheidung wäre. In einem hart umkämpften Stahlmarkt wäre es ein Vorteil, wenn die Schlacke, die bei der Produktion anfällt, auf dem firmeneigenen Gelände gelagert werden könnte. Es wurde betont, dass dies ein wichtiger Baustein für die Zukunftssicherung des Standorts Duisburg sei. Ansonsten „haben wir am Standort ein riesiges Problem“, so Zimmermann.

Deponie und Stahlwerk liegen nur sechs Kilometer auseinander. Mit einem positiven Bescheid der Bezirksregierung wäre das Stahlwerk im Duisburger Norden gesichert, auf der Deponie Wehofen können in den nächsten 15 Jahren Schlacke aus der Eisen- und Stahlproduktion abgeladen werden. Aus Sicht des Unternehmens verfüge man auch über das nötige Fachpersonal, um die Deponie fachgerecht zu errichten und zu betreuen.

Ein besonderer Kritikpunkt ist die Eisenbahnlinie, die über das zukünftige Deponiegelände verläuft. Festgelegt ist, dass solche Trassen gesichert werden müssen. Für den Fall, dass die Strecke irgendwann wieder genutzt werden soll. Die Lösung aus Sicht von Thyssen-Krupp: ein Tunnel durch die Halde. Das sei technisch nicht möglich, so etwas habe es noch nirgendwo gegeben, lautete die Kritik. Wie Andreas Theuer erklärt, sei es technisch möglich. Die Machbarkeit sei belegt. Der Tunnel würde nur gebaut werden, wenn die Strecke, die die Zeche Lohberg mit dem Stahlwerk in Duisburg verbunden hatte, reaktiviert wird.

Die Erörterung startet am Mittwoch, 27. Mai. Sollten an diesem Tag aber nicht alle Einwendungen behandelt werden können, wird die Erörterung an den folgenden Tagen fortgesetzt. Auf Anfrage erklärte eine Sprecherin der Bezirksregierung, dass man mit einem großen Interesse rechne. Deshalb habe man sich für die Stadthalle Walsum entschieden. Und sie sei aus Dinslaken gut mit dem ÖPNV zu erreichen. Bei der ersten Offenlage gab es rund 1000 Einwendungen, bei der zweiten 350. Alle Einwender dürfen am Erörterungstermin teilnehmen. Einlass ist ab 8.30 Uhr, die Erörterung beginnt um 10 Uhr.