Entspannung am Lagerfeuer

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Dinslaken/Voerde. Sascha H. Wagner, Linke-Bundestagskandidat, beantwortet die Fragen von Erstwähler Max Hecker.

Personalien

Name: Sascha H. Wagner
Partei: Die Linke
Wahlkreis: 113 – Wesel I (mit Voerde und Hünxe)
Geboren am 23. Mai 1980 in Essen
Derzeitige politische Funktion(en)
: Landesgeschäftsführer Die Linke NRW, Gesch.führer Linke-Kreisverband Wesel, Vorstandsmitglied Linke Dinslaken
Wohnort: Dinslaken
Familienstand: ledig

Persönliches

Welche Schule haben Sie besucht,welchen Abschluss ?

Helene-Lange-Realschule in Essen, Mittlere Reife
Seit wann engagieren Sie sich politisch und wann wollten Sie die Politik zum Beruf machen?

Im Jahre 2005 bin ich in die damalige PDS eingetreten. Dass ich beruflich mal in der Politik landen würde, war eher ein Zufall.
Was war Ihr voriger Berufswunsch?

Ich war zuletzt in der Behindertenarbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig bevor ich in die Politik wechselte. Ich wollte immer mit Menschen arbeiten.
Hatten Sie mal über längeren Zeitraum Kontakt zu Menschen mit Behinderung?

Ich habe als Integrationsassistent an Förderschulen für Kinder und Jugendliche mit geistiger und körperlicher Behinderung gearbeitet. Die Zeit war sehr wertvoll und hat mich gelehrt wie vieles wir für Selbstverständlich erachten.
Haben Sie in Ihrer Jugend an Demonstrationen teilgenommen?

Ich habe als ich noch in Essen wohnte (bis 2005) regelmäßig an Kapitalismuskritischen Demos oder an Anti-Nazi-Demos und Globalisierungskritischen Veranstaltungen und Demos teilgenommen.
Wie gelangen Sie zur Arbeit und wie lange sind Sie unterwegs?

Ich fahre jeden Tag mit der Bahn von Dinslaken nach Bochum (wenn ich keine Außentermine in NRW habe) ca. 1,5 Stunden eine Strecke.
Besuchen Sie regelmäßig soziale Einrichtungen?

Ja. Zuletzt mal wieder die Fliehburg. Dieser Besuch hat mich erneut sehr berührt.
Wenn Sie entspannen wollen, was tun Sie dann?

Dann treffe ich mich mit Freunden und gehe wandern oder sitze am Lagerfeuer und gehe Zelten.
Was ist Ihr liebstes Reiseziel?

Ich bin sehr gerne in Griechenland, aber auch in vielen anderen Ländern. Als Wandervogel reise ich ohnehin sehr gerne und hab viel von Süd- und Osteuropa gesehen. Gut gefallen hat mir auch Namibia in Afrika.


Haben Sie einen bevorzugten Schriftsteller und ein Lieblingszitat von diesem?

Bertolt Brecht: „Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr zu finden.“
Haben Sie ein Vorbild?

Alfons M. Hamm. Hat einen wichtigen Beitrag in der bündischen Jugend geleistet und den einzigen pazifistischen Jugendbund begründet.
Können Sie sich für Sport begeistern?

Ich selbst fahre gern Rad, gehe Schwimmen und hab früher gern Judo gemacht.
Was halten Sie von der Fußball-WM in Katar?

Viel zu heiß.
Wenn Sie sich ein Sonntagsessen wünschen dürfen, was gibt es dann?

Kohlrouladen mit Kartoffeln, brauner Sauce und Gurkensalat.


Sind Sie Vegetarier?

Nein, aber ich esse wenig Fleisch.
Kaufen Sie oft im Bioladen ein?

Selten. Leider sind die Produkte immer noch sehr teuer.
Haben Sie Haustiere?

In meiner jetzigen Wohnung darf ich keine Haustiere halten. Früher hatte ich Fische, Hamster, Wellensittiche, Katzen, Hausratten.
Was fällt Ihnen leichter? Reden schreiben oder Reden halten?

Das kommt wirklich immer ganz auf die Veranstaltung an.
Um wie viel Uhr mussten Sie als 16-Jähriger Zuhause sein?

Ich musste meist um 22 Uhr daheim sein.


Hören Sie in Ihrer Freizeit viel Musik, wenn ja, welche?

Außer Schlager und Heavy Metall höre ich so ziemlich alles.
Gibt es Vornamen, die Sie Ihren Kindern niemals geben würden?

Eva, Adolf, Waldemar

Politisches

Warum kandidieren Sie?

Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Doch allein bei uns in NRW wächst jedes vierte Kind in Armut auf. Der Bevölkerung wurde jahrzehntelang Frieden und Wohlstand versprochen, aber die Regierungsparteien lassen unseren Sozialstaat ausbluten und schicken immer mehr junge Menschen in sinnlose Kriege und wir in Deutschland profitieren noch von den Waffenexporten. Dagegen muss man sich zur Wehr setzen.

Was war für Sie die interessante Begegnung mit Menschen in Ihrem Wahlkreis?

Es wäre nicht fair nur eine zu nennen. Der Kreis Wesel ist voll von interessanten Menschen. Erst letztens traf ich eine pensionierte Lehrerin im Zug, die eine überzeugte CDU-Wählerin war und ein total schräges Bild von der Linken hatte. Es war ein tolles Gespräch, auch wenn ich sie nicht überzeugen konnte, so habe ich mit Vorurteilen aufräumen können.

Was wollen Sie verändern und mit welchen Mitteln?

Ich möchte, dass Deutschland die Produktion von Waffen aufgibt. Denn jede Waffe findet ihren Krieg.

Glauben Sie, dass es in den nächsten Jahren häufiger Modeparteien, wie die Piraten, geben wird?

Vermutlich schon. Dafür sind die unglaubwürdigen Volksparteien verantwortlich, da die Menschen immer weniger Vertrauen in die Politik setzen.

Was halten Sie von G8?

Da halte ich recht wenig von. Der Lerndruck auf Jugendliche steigt zunehmend. Immer mehr Stoff in immer weniger Zeit zu bewältigen heißt weniger Zeit für Interessensschwerpunkte, Freizeit und soziales Engagement.

Was halten Sie von alternativen Schulformen?

Ich bin gegen Privatschulen, weil sie eben nicht unbedingt für alle zugänglich sind, da den Eltern oftmals das Geld für eine individuelle Förderung fehlt. Ich finde jedoch manche Lernkonzepte gut, wie z.B. die musische und kreative Förderung, jedoch wünsche ich mir dies an einer Schule für Alle - Stichwort Gemeinschaftsschule.

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