Endlich in Dinslaken eine neue Heimat gefunden

Birgit Gargitter
Der Spatenstich für das neue Archiv am Museum Voswinckelshof .
Der Spatenstich für das neue Archiv am Museum Voswinckelshof .
Foto: WAZ FotoPool
Die unendliche Geschichte des Stadtarchivs Dinslaken vom Provisorium über Schimmelräume und einer chaotischen Standortsuche ist beendet. Erster Spatenstich erfolgte am Samstag

Dinslaken. Die Irrfahrten des Odysseus sind am Samstag endlich zu Ende gegangen, allerdings benötigte der Grieche nur zehn Jahre um aus Troja nach Ithaka zurückzufinden. Das Stadtarchiv Dinslaken sucht bereits seit rund 30 Jahren ein neues Zuhause.

Nun wurde der erste Spatenstich für das neue Gebäude an der Brückstraße getan, begleitet von einer zünftigen kleinen Feier, an der zahlreiche Kultur- und Geschichtsinteressierte teilnahmen. „Die Suche nach dem Standort erwies sich in den vergangenen Jahren als recht chaotisch“, so Bürgermeister Michael Heidinger. Was sei da nicht alles vorgeschlagen: das Johannahaus, das Ledigenheim, die alte Bürgermeisterei in Barmingholten ja sogar Kellerräume ohne Fenster seien angeboten worden.

„Die Irrfahrt endet nun glücklich an einem schönen alten Standort“, so Heidinger weiter. Mit dem stadthistorischen Zentrum werde ein weiteres Kleinod für Dinslaken geschaffen. Denn das Archiv solle keine tote Hülle werden sondern ein lebendiger Bildungsort. Sein Dank galt besonders Archivarin Gisela Marzin, die mit ihrem fachlichen Know how ein Garant für den neuen Bildungsort sei. Neben Marzin freute sich vor allem Renate Seidel, die scheidende Kulturausschussvorsitzende, der es zumindest noch vergönnt war, den Spatenstich als aktive Politikerin zu erleben. „Das Archiv beinhaltet die Geschichte unserer Stadt und damit die Geschichte eines jeden von uns“, macht sie deutlich.

Heute soll’s losgehen mit den Arbeiten am neuen Archiv, verspricht Bauunternehmer Michael Kahmann. Morgen rollt der Bagger an. Eine Trennwand soll Brück- und Duisburger Straße vor den Arbeiten schützen, Versorgungsträger werden freigelegt, Probebohrungen durchgeführt. „Erst wenn feststeht, das hier keine Bomben zu finden ind, können wir damit beginnen, die Träger einzulassen und die Baugrube auszuheben. Ist das erst einmal geschafft, geht alles wie von selbst.“ Kahmann ist stolz, bei der öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag bekommen zu haben. „An dieser Stelle in der Altstadt zu bauen, ist schon etwas Besonderes.“ Sein erstes Archiv -- eine Herausforderung? Kahmann verneint. „Nicht für uns, erst mit dem Innenbau beginnen die Herausforderungen. Aber das machen nicht mehr wir.“

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Die Logistik trieb zumindest Baudezernent Thomas Palotz den Schweiß auf die Stirn. Kran und Bagger müssen ja durch die Altstadt zum Bauort gelangen, über den dort unterirdisch fließenden Rotbach. „Da müssen wir auf die Gewichte der Fahrzeuge achten. Aber es klappt.“