Emotionale Gemeindeversammlung

Auf der evangelischen Gemeindeversammlung in der Dorfkirche Hiesfeld wurde viel diskutiert.
Auf der evangelischen Gemeindeversammlung in der Dorfkirche Hiesfeld wurde viel diskutiert.
Foto: WAZ FotoPool
Die Pfarrstellensituation in den drei Bezirken in Hiesfeld war Mittwochabend der Aufreger in der Dorfkirche.

Dinslaken..  „Ich möchte mich bewusst nicht auf den Konflikt in der Gemeinde konzentrieren, sondern auf das, was gelungen ist und Highlights gewesen sind“, sagte Pfarrer Jörg Munkes, Presbyteriumsvorsitzender der Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld, in der Dorfkirche gleich zu Beginn der gut besuchten Gemeindeversammlung, die mit einer besinnlichen Adventsandacht eingeleitet wurde. Auch Superintendent Martin Duscha war dabei.

Munkes ging auf die Presbyteriumswahlen ein, wofür es „nicht nur in Hiesfeld“ zu wenig Bewerber gab, alle freien Stellen seien aber im März nachbesetzt worden. Nach 180 Jahren kehre der historische Taufstein aus der Prämonstratenser-Abtei Hamborn nach Hiesfeld zurück, werde restauriert und in der Dorfkiche aufgestellt.

Als Höhepunkte nannte der Pfarrer den Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr, das gelungene Gemeindefest am 1. Juli, Skifreizeit, Zeltlager, Kinderferientage, die seit einem Jahr monatlichen Taizé-Gebete. Pfarrerin Sarah Brandt und Pfarrer Joachim Pannes seien mit einem festlichen Gottesdienst und anschließender Nachfeier verabschiedet worden. Munkes hob das adventliche Konzert in der Dorfkirche hervor, die Lesungen in der Dorfkirche sowie die Fortsetzung der gut funktionierenden Ökumene in Hiesfeld mit verschiedenen Veranstaltungen.

Beim folgenden Tagesordnungspunkt „Pfarrstellensituation“ wurde es emotionaler. Anne Schaate, stellv. Vorsitzende des Presbyteriums, erklärte, die Stelle im 3. Pfarrbezirk sei zum 1. Januar vakant. Wie diese ausgeschrieben und besetzt werde, erfolge „unter Einbeziehung der Gemeinde“. Hierzu sei eine Presbyteriumssitzung am 7., eine Sondersitzung am 14. Januar angesetzt. Auch im 1. und 2. Pfarrbezirk gebe es Änderungen. Da Pfarrer Friedhelm Waldhausen zum 1. Januar die Stelle zu 100 Prozent an beiden Dinslakener Krankenhäusern übernimmt und Pfarrer Ulrich Sagel zum 31. März in den Ruhestand tritt, werde überlegt, Pfarrerin Petra Schorberger-Waldhausen eine 100-prozentige Stelle und Pfarrer Jörg Munkes eine 67-prozentige Stelle, ab 1. September zu 100 Prozent zu geben.

Zwei Moderatorinnen vom Amt für Gemeindeberatung übernahmen und ließen für die Diskussion Karteikarten ausfüllen, auf denen die Gemeindeglieder Fragen zum vorgeschlagenen Weg und Anregungen ans Presbyterium formulieren konnten. „Wir möchten viele Stimmen einfangen“, so Cornelia vom Stein. Und die gab es auch – nicht nur vom Initiativkreis, der auch eine externe Beratung bei der Pfarrstellenvergabe anregte. Etwa: „Die Jahreslosung für 2013 ist Toleranz. Die brauchen wir auch hier.“ „Vor der Besetzung der 3. Pfarrstelle muss es einen strukturellen Dialog geben.“ „Wo bleibt der Neuanfang?“ „Gibt es Alternativen?“ „Ist die pfarramtliche Versorgung gewährleistet?“

Pfarrer Munkes sagte, für die Pfarrstellenbesetzung habe es „eine Probeabstimmung“ im Presbyterium gegeben, für die Übergangszeit werde ein Vertretungsdienst eingerichtet. Alle Anregungen würden dokumentiert und ins Verfahren mitgenommen, so die Moderatorin.

 
 

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