„Ein Zuhause zum Wohlfühlen“

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Weihbischof Wilfried Theising weihte das neue Caritas-Seniorenheim an der Bärenkampallee ein.

Dinslaken..  Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes weihte gestern Weihbischof Wilfried Theising das neue Caritas-Seniorenheim an der Bärenkampallee ein. In seiner Predigt verwies der Bischof auf das bevorstehende Pfingstfest, machte deutlich, wie Jesus Beistand ist für die Menschen, die im Weltlichen ebenso auf guten Beistand angewiesen sind, wenn es darum geht, die Grenzen des Alters anzunehmen und die alltäglichen Dinge nicht mehr komplett alleine verrichten zu können.

Zentral gelegen

Gute Begleitung zeichne sich - wie im Konzept des Benedikt-Hauses angelegt - aber auch dadurch aus, dass die Menschen ihren Alltag noch weitestgehend selbst verrichten und gestalten können. Und Weihbischof Theising blieb im Bild, dankte für den Beistand Gottes bei der Planung und Realisierung des Seniorenheims, das als Ort der Begegnung und als Ort der Gotteserfahrung gesegnet wurde. Das Pontifikalamt wurde mitgestaltet von den Dechanten Gregor Kauling (Dinslaken) und Klaus Honermann (Wesel).

Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger verwies im Namen der Stadt Dinslaken, aber auch des Kreises Wesel und der angrenzenden Kommunen auf das Engagement des Caritasverbandes, der an zentraler Stelle einen weiteren Baustein zur flächendeckenden Versorgung mit Seniorenheimen beitrage. Heidinger lobte, wie sich das von Architekt Bernd Bassfeld geplante Passivhaus zeitgemäß in das exclusive Bärenkamp Carree einfüge. Es sei wichtig, dass Senioreneinrichtungen nicht mehr fernab der Städte entstünden, sondern in zentraler Lage, um den noch mobilen Bewohnern die Teilhabe am städtischen Leben zu ermöglichen.

Caritasdirektor Michael van Meerbeck unterstrich in seiner Ansprache den Anspruch des Hauses, das entstanden sei, „damit Menschen mit ihren körperlichen und geistigen Einschränkungen ein Zuhause finden, in dem sie sich wohlfühlen.“ Ein hohes Gut sei dabei die Selbstbestimmung. Michael van Meerbeck unterstrich, dass es der Caritas vor allem ums Helfen geht, Geld sei ein untergeordnetes, „unleidliches Muss“. Mit dem Bau des Benedikt-Hauses sei die Caritas ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko eingegangen. „Es muss in 35 Jahren bezahlt werden, aber es ist erst in 50 Jahren refinanziert.“ Das gehe zu Lasten der Caritas, nicht zu Lasten der Bewohner. Der Caritasdirektor bedankte sich bei seinen Mitarbeitern, die den Verband durch ihr breites Engagement trugen und auch den Bau eines solchen Hauses ermöglichten, der ausgesprochen viel Kraft gekostet habe. Obwohl es leicht sei, an solchen Tagen alles positiv zu sehen und darzustellen, wollte Michael van Meerbeck eben das nicht.

Der Caritasdirektor fand kritische Worte zur veränderten Gesellschaft, in der Werte wie Vertrauen, Solidarität und Achtung mittlerweile zu oft Begriffen wie Kontrolle, Neid und Missgunst weichen müssten. Er dankte ausdrücklich dem Rat der Stadt Dinslaken, der es immer wieder schaffe, dem entgegen zu wirken oder es abzudämpfen. Michael van Meerbeck plädierte für mehr Vertrauen, Selbstbestimmung und Achtung. Seine Kritik sei mit dem Wunsch verbunden „weiter zu denken, sich auszutauschen und den Weg in die Zukunft einer menschengerechteren Welt gemeinsam zu gestalten“.

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