Ein stimmungsvolles Konzert

Dreiklang aus Akkordeon, Gesang und Kirchenakustik: Das Akkordeon-Orchester 1965 und der Kirchenchor St. Johannes Eppinghoven in der St. Vincentius-Kirche.
Dreiklang aus Akkordeon, Gesang und Kirchenakustik: Das Akkordeon-Orchester 1965 und der Kirchenchor St. Johannes Eppinghoven in der St. Vincentius-Kirche.
Foto: FUNKE Foto Services
Das Akkordeon-Orchester 1965 Dinslaken und der Kirchenchor St. Johannes Eppinghoven boten in der St. Vincentius-Kirche ein stimmungsvolles Konzert.

Dinslaken..  Am Eingang der St. Vincentius-Kirche ließ es sich Petra Willems nicht nehmen, einige der Gäste persönlich zu begrüßen. „Wenn wir ein gutes Programm zusammenkriegen, versuchen wir alle zwei Jahre ein Konzert zu machen“, erläuterte das Akkordeon-Orchester-Mitglied, das seit 1974 dabei ist. „Das Publikum begleitet uns schon jahrzehntelang – und gerade die anheimelnde Zeit zieht es hierher.“

Entsprechend konnte der Vorsitzende des Akkordeonorchesters, Christian Lamprecht, vom Hochaltar aus in eine voll besetzte Kirche blicken. „Wir hoffen, dass der Dreiklang aus Akkordeon, Männergesang und Kirchenklang seine Wirkung bei Ihnen nicht verfehlen wird“, lud er nach einer ausführlichen Darstellung der Historie der Vincentius-Kirche – ohne Mikrofon nicht für alle verständlich – die Zuhörer zum Genießen der kommenden eineinhalb Stunden ein.

Festliche Ouvertüre

Zum Auftakt boten die 25 aktiven Mitstreiter des Orchesters unter der Leitung von Bärbel Klott, die später für vierzig Jahre Orchesterleitung mit einem Blumenstrauß geehrt wurde, mit der „Festive Ouverture“ von Dmitri Schostakowitsch einen feierlich-freudigen musikalischen Auftakt.

Dabei überzeugten die Musiker mit fast orchestraler Fülle, Pauken und einer Anmutung von Fanfaren im Spiel. „Junge Leute würden ‘voll krass’ dazu sagen“, meinte eine Zuhörerin spontan, angesichts dieses musikalischen „Brockens“ zu Beginn.

Positiv aus dem Adventsrahmen fiel die ungewöhnliche Wahl auf „Gabriella’s Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“, den das Orchester in seiner dezent-herzerwärmenden Schlichtheit wunderbar ausdeuten konnte.

Zwischen den Darbietungen der Akkordeonisten durften sich die 50 Sänger des ältesten Dinslakener Männerchores, des Eppinghover St. Johannes-Chores, mit ihren Stimmen auszeichnen. Mit „Die Himmel rühmen“ stiegen sie im Zusammenspiel mit den Musikern in das Konzert mit ein. Mit ihrem „klassischen“ beeindruckend-mehrstimmigen Lobliedgesang zu Kompositionen wie „Schenk uns Deinen Frieden“ oder „Frieden dieser Welt“ drückte der Chor in seiner emotionalen Botschaft eine Sehnsucht aus, die in diesen Tagen sicherlich viele Menschen bewegt.

Das „Marienbildnis“ brachte einen würdevollen, sehr akzentuierten Gesang hervor, der „Heilige König“ wirkte dagegen zu Beginn sehr „schwachbrüstig“, erlangte aber noch etwas Feierliches. Sehr tragend und gefühlvoll mit spannenden Tempiwechseln geriet die „Hymne an die Nacht“.

Das Zusammenspiel der beiden Musikgruppen funktionierte wie bei „Tollite Hostias“ stimmig.

Am Ende durfte dann auch das Publikum mitmachen – und gemeinsam intonierten Musiker, Sänger und Zuhörer „Tochter Zion“ als würdigen Abschluss eines stimmungsvollen Festkonzerts.

Dem Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach wurde das Ensemble mit der Darbietung der verschiedenen „Stimmen“, die ineinander fließen, sehr gerecht, wobei ihre Instrumente fast wie eine Ansammlung von Spinetten klang – ein echter „Klang-Körper.“

Das „Ave Maria“ von Schubert wurde sehr innig dargeboten.

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