Ein starkes Zeichen der Hoffnung

Dinslaken..  Betreten wir den kleinen Friedhof in Eppinghoven, so gehen wir auf dem Hauptweg auf das große Hochkreuz zu. Es zeigt den gekreuzigten Christus mit ausgebreiteten Armen in der Mitte des Gräberfeldes. Seit über 100 Jahren steht es hier, tröstet die Trauernden und wird für viele zu einem Zeichen der Hoffnung.

Damals, 1909, bei der Einrichtung des Friedhofes stellte die Stadt Walsum, zu der der südliche Teil Eppinghovens bis 1975 gehörte, auf ihren drei Friedhöfen identische Kreuze auf. So finden wir heute dasselbe Kreuz auf dem Friedhof in Walsum-Dorf und Walsum-Aldenrade, Dittfeldstraße.

Das Kreuz hat die Form des sogenannten Kleeblattkreuzes. Die drei freien Kreuzesbalken laufen jeweils in einem dreiblättrigen Kleeblatt aus – Symbol für die Dreieinigkeit Gottes. Doch kann man in dem Kleeblatt auch Blütenansätze erkennen. Vielleicht kennen wir die Triumphkreuze aus berühmten Kirchen, aus deren Balken farbige Blüten treiben. Eine stille Predigt: der Gekreuzigte ist der Auferstandene; neues Leben blüht auf; nach Leiden, Sterben und Tod führt er zu neuem Leben. Das Kreuz wird zum Osterkreuz.

Kleeblattkreuz und „Lazaruskreuz“

In der Kunstgeschichte wird das Kleeblattkreuz auch als „Lazaruskreuz“ bezeichnet. Gedacht ist dabei an die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 11. Jesus begegnet den trauernden Schwestern Maria und Martha, deren Bruder Lazarus gestorben ist. Er geht zum Grab und ruft den Toten heraus, zurück ins Leben. In der Erzählung dann der vielen bekannte Satz: „Ich bin die Auferstehung und das Leben!“

Die Tafel auf dem Sockel des Kreuzes in Eppinghoven trägt als Inschrift eben diesen Satz. Das ist dann die Botschaft des Hochkreuzes auf dem kleinen Eppinghovener Friedhof vor der Kulisse des Schanzenwaldes: „Ich bin die Auferstehung und das Leben! – Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ Die Botschaft des bevorstehenden Osterfestes. In unserem Schmerz, im Unbegreiflichen, von dem wir erfahren, oder das wir erleben, ist der Gekreuzigte an unserer Seite. Er breitet seine Arme aus. So zeigt es das Hochkreuz mitten im Gräberfeld. Doch der Gekreuzigte ist der Auferstandene, der zu neuem Leben ruft.

Das Hochkreuz auf dem Friedhof hält seit über 100 Jahren, in denen es so viel Leid gab, weiter seine stille Predigt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben! – Ich bin bei euch in euren Abschieden und eurer Trauer! – Ich bin auferstanden und lasse euch nicht los“. Das Kreuz wird zu einem Zeichen der Hoffnung.

 
 

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