Ein Projekt mit Vorbildfunktion

Projektleiter Gilbert Kuczera, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Prof. Dieter Oelschlägel, Vorstand DKSB Heinz Freikamp, MDB Mahmut Özdemir, Volker Granz, Dezernentin Christa Jahnke-Horstmann und Sprecher der Schülerpersonalagentur Omar Chengafe (v.l.)
Projektleiter Gilbert Kuczera, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Prof. Dieter Oelschlägel, Vorstand DKSB Heinz Freikamp, MDB Mahmut Özdemir, Volker Granz, Dezernentin Christa Jahnke-Horstmann und Sprecher der Schülerpersonalagentur Omar Chengafe (v.l.)
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Die Schülerpersonalagentur des Kinderschutzbundes stellte jetzt ihr zweites Bewerberbuch vor.

Dinslaken.  In fünf Jahren möchte Hilal entweder ihr Abitur gemacht haben mit dem Ziel bei der Polizei Karriere zu machen, auch Onur träumt von einem Musikstudium, denn dem Klavierspiel gehört seine Leidenschaft. Die beiden sind die exotische Ausnahme im neuen Bewerberhandbuch der Schülerpersonalagentur. Anderen Haupt- und Realschülern genügt schon ein guter Abschluss, eine Ausbildung, eine feste Anstellung, um dadurch Führerschein und Wohnung ihr Eigen nennen zu können. Selbst die Familienplanung kommt, zumindest bei den älteren Schülern, nicht zu kurz.

An vergangenen Wochenende präsentierte die Schülerpersonalagentur ihr neues Bewerberbuch in Lohberg. Kooperierende Unternehmer waren der Einladung genauso gefolgt wie Bürgermeister Michael Heidinger, Politiker aller Fraktionen, darunter auch SPD-Bundestagsabgeordneter Mahmut Özdemir aus Duisburg und Vertreter von Institutionen. Prof. Dieter Oelschlägel, Vorsitzender des Kinderschutzbundes, lobte das Engagement der Jugendlichen, die sich eigentlich aus einer Kunst- und Handwerks AG zusammengefunden hatten. Stolz ist er auch darauf, dass das inzwischen ausgezeichnete Projekt Vorbildfunktion in Deutschland habe und so hoch geschätzt sei, dass sogar Landes-Innenminister Ralf Jäger ein Vorwort fürs Bewerberbuch schrieb.

Für Schwächere stark machen

Was vor sieben Jahren „auf Sand gebaut“ wurde, habe heute ein festes Fundament, so Omar Chengase, einer der Jugendlichen aus der Schülerpersonalagentur. 340 Jugendliche aus vier Schulen würden betreut, 34 Betriebe habe man besucht, sechs Elterntreffen organisiert, ein Firmenbesuch mit den Eltern, ein Job-Speed-Dating mit 15 Firmen ins Leben gerufen, um nur einiges zu nennen. Ein afrikanisches Hilfsprojekt aber liege ihnen besonders am Herzen, an das sie demnächst eine komplette OP-Einrichtung schicken werden. Von den Jugendlichen selber demontiert, versandfertig gemacht, wird’s demnächst in den Senegal gehen. „Wir laufen eben nicht jedem Rattenfänger hinterher“, verpasst Omar den Anwesenden einen kleinen Seitenhieb im Hinblick auf die Salafisten-Berichterstattung in manchen Medien. „Wir haben unsere eignen Stärken kennengelernt, haben gelernt, unsere Kenntnisse verbessert nd Fähigkeiten genutzt, um Schwächeren zu helfen.“

Bürgermeister Heidinger sieht die Erfolge der Schülerpersonalagentur als klares Signal, weiterhin in Bildung zu investieren. Ihm sei aber auch klar, dass Bildung allein nicht ausreiche, der Erfolg sich erst dann einstelle, wenn junge Menschen auch in der Berufsausbildung Perspektiven hätten. Daher gilt sein besonderer Dank den Firmen, die dies bislang möglich gemacht haben.

 
 

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