Ein neues Buch aufgeschlagen

Nach der Fusion wurde gefeiert.  Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Nach der Fusion wurde gefeiert. Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
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Die Fusion der Gemeinden Heilig Geist und St. Vincentius wurde endgültig vollzogen

Dinslaken. Eine Fusion sei nicht nur ein Schlusspunkt, sondern ein Doppelpunkt: Ein neues Buch werde aufgeschlagen. Mit diesen Worten begrüßte Hauptzelebrant Manfred Kollig gestern Vormittag die Gemeinde in der vollbesetzten St. Vincentius Kirche, darunter auch ehemalige Hauptamtliche der Gemeinden, wie Pater Mattheo und Theo van Doornick, bevor er die offiziellen Urkunden zur Fusion der katholischen Kirchengemeinden Heilig Geist und St. Vincentius verlas.

Schon zu Beginn des stimmungsvollen Gottesdienstes, der von Gregor Kauling, Dechant und Pfarrer der neuen Großgemeinde sowie Mitgliedern des Seelsorgeteams und Manfred Kollig gefeiert wurde, stand das Gemeinsame im Mittelpunkt. Beim Einzug wurden sieben Holzteile in die Kirche getragen, die während des Liedes „Aufsteh’n aufeinander zugehen“ zu einem Kreuz zusammengesetzt wurden. Jedes der Teile steht für eine der ehemaligen sieben Gemeinden. Keines der Teile dürfe fehlen, hieß es bei der Einführung zu dem Kreuz, die Zahl sieben sei die Zahl der Vollkommenheit, nun beginne der gemeinsame Weg.

Diese Zuversicht zog sich durch den gesamten, schön gestalteten Gottesdienst, an dem auch die Chöre aus Heilig Geist und St. Vincentius sowie der Kinderchor Heilig Geist und die Musiker Stella Seitz, Michael Lex und Paul Beszynski mitwirkten. So betonte Hauptzelebrant Manfred Kollig in seiner Kraft gebenden Predigt, dass es sich bei dieser Feier nicht um eine Feier nach einem Endspiel handele, denn bei einer Fusion dürfe es keine Sieger und Verlierer geben: „Gott will nicht den Untergang, sondern das Leben.“

Erste Gespräche unterm Sonnensegel

Kollig wünscht der Gemeinde, dass niemand zu kurz komme, egal welcher früheren Pfarrei er angehört habe. Mit seinen Worten gelang es ihm, alle Gemeindemitglieder anzusprechen, denn er zeigte auch Verständnis dafür, dass es auch Gefühle wie Trauer und Wut gebe, diese müssten zugelassen werden, da jede Erkenntnis mit neuen Sinnen beginne. Kollig riet, nicht nur zurückzublicken, sondern auch nach vorne zu schauen, neues Leben zu schmecken und die Schätze der früheren Pfarreien zu entdecken und anzuerkennen. Dabei betonte Kollig, dass es die Menschen vor Ort sind, die der Kirche ein Gesicht geben. Worte, die Mut machen für die Zukunft.

Es sind Worte, die bei den Menschen ankommen. So zeigte sich auch Bürgermeister Michael Heidinger in seinem Grußwort beeindruckt von der Zuversicht, mit der die Gemeinde versammelt sei: „Es ist spürbar, wie sehr alle diesen gemeinsamen Weg gehen wollen.“ Der sei zwar nicht leicht, aber er könne auch eine Chance sein. Pfarrer Armin von Eynern von der evangelischen Nachbargemeinde weiß um den „nicht ganz einfachen Weg des Zusammenwachsens“ und wünschte der neuen Großgemeinde viel Kraft und Geduld bei diesem Dialog.

Die Gelegenheit zur Begegnung gab es im Anschluss an den fast zweistündigen Gottesdienst auf dem Platz hinter der Kirche und dem Johannahaus: Bei Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen sowie einem musikalischen Programm konnten die Gemeindemitglieder in entspannter und lockerer Atmosphäre unter einem bunten Segel, das über den Platz gespannt war, miteinander ins Gespräch kommen – und die ersten Seiten des neuen Buches mit neuen Geschichten füllen.

 
 

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