Dunkle Ecken durch Lärmschutz

Foto: dapd
Bis zu vier Meter hohe Wände entlang der Betuwe-Trasse verändern das Stadtbild. Verwaltung präsentiert ihre Wunschliste zur optischen Gestaltung der Übergänge

Voerde..  Eine „erhebliche Veränderung im Stadtbild“ bedeutet der Ausbau der Betuwe-Linie kann für die Stadt Voerde. Manche Quartiere würden durch die notwendigen Lärmschutzwände optisch geteilt, anderswo entstehen dunkle Ecken. Anhand von Fotomontagen stellt die Stadtverwaltung in der Vorlage für den nächsten Planungs- und Umweltausschuss (Dienstag, 18. September, 17 Uhr) dar, wie die elf Stellen, an denen die Bahn die Siedlungen kreuzt, mit den üblichen, drei bis vier Meter hohen, Lärmschutzwänden aussehen.

Finsterer Tunnel

Weil die Bahn laut Stadtverwaltung gemeinhin die „kostengünstigsten Wandelemente“ verwendet, wenn Stadt und Bürger nicht „begründete Argumente für eine bessere Gestaltung“ ins Feld führen, hat die Stadt nun eine Wunschliste für die Gestaltung dieser elf Kreuzungen erarbeitet. Diese „Lösungsmodelle“ werden nun zuerst im Ausschuss und dann mit den Bürgern diskutiert und sollen später der Bahn vorlegt werden.

Vor allem dort, wo Aluminium-Lärmschutzwände die „Blickbeziehung über die Bahn“ verstellen, verlangt die Stadt den Einsatz transparenter Wände. Ganz besonders der Tunnel an der Bahnhofstraße - für Radfahrer und Fußgänger „die wichtigste Verbindung“ zwischen den Ortsteilen westlich und östlich der Bahnlinie - würde, wie es sich auf der städtischen Fotomontage darstellt, mit einer undurchsichtigen Lärmschutzwand zu einer wirklich düsteren Ecke mit Potenzial zum Angstraum. Hier sei, so die Stadt, „eine transparente Gestaltung der Lärmschutzwand erforderlich“ - mit am dringendsten im ganzen Stadtgebiet. An der Spellener Straße entstünde mit konventionellem Lärmschutz zwar keine finstere Ecke - weil aber die Fortführung der Siedlung über die Brücke wahrgenommen wird, gehört hier nach städtischer Ansicht ebenfalls eine Klarsicht-Wand hin. An zweiter Dringlichkeitsstelle für transparenten Lärmschutz stehen für die Stadt die Schwanenstraße und der Hammweg.

„Nicht ganz hoffnungslos“

Zwar hofft die Verwaltung weiterhin, dass der Übergang Schwanenstraße bestehen bleibt. Die Bahn gehe allerdings, so Planungsamtsleiter Hans Martin Seydel, mit der ersatzlose Streichung ins Planfeststellungsverfahren. In diesem Fall würde eine Lärmschutzwand die Sicht auf die Siedlung jenseits der Bahn verhindern. Auch an der Grenzstraße würden Lärmschutzwände eine „zusammenhängende Nachbarschaft“ zweiteilen - auch hier seien transparente Wände vonnöten. Auch für die Alte Prinzenstraße, Rönskenstraße und Grenzstraße wäre transparenter Schutz wünschenswert.

Inwieweit sich die Deutsche Bahn tatsächlich nach den Wünschen der Kommune und der Bürger richtet anstatt die kostengünstigste Variante zu wählen, vermag Seydel nicht abzuschätzen. Aber: „Es ist nicht ganz hoffnungslos“.

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