Diskussionen drehen sich um den Kreis

Dinslaken.  Gemeinsame Sache sollen Rad- und Autofahrer bald auf der Augustastraße machen: Der Radweg wird auf die Straße gebracht, mit Markierungen und Piktogrammen optisch abgegrenzt. In einem neuen Kreisverkehr, so die Planungen, werden die Radler in der Mitte der Fahrbahn unterwegs sein, Autos bleiben dahinter. Verkehrsexperten sind von dieser Lösung überzeugt, die seit Jahren auch gängige Praxis ist. Und was sagen die Bürger?

„Ich begrüße die Planungen für die Augustastraße sehr“, schreibt Kerstin Schweighardt in einem Leserbrief. „Sowohl als Auto- als auch als Radfahrer habe ich bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Radfahrer auf die Straße zu holen. Besonders im Kreisverkehr. Als Autofahrer sehe ich die Radfahrer viel besser und bin gezwungen, langsam zu fahren und Rücksicht zu nehmen.“ Ein anderer Leser macht sich Sorgen um die Sicherheit im Kreisverkehr. „Ich finde es viel zu gefährlich für uns Radfahrer“, denn die Augustastraße sei viel befahren, hier seien zudem auch Lkw unterwegs. Auf Richtlinien des Verkehrsministeriums und Empfehlungen der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen möchte dieser Leser nichts geben. Die Zahl der Autos lässt auch eine Facebook-Nutzerin an der Praktikabilität der vorgesehenen Lösung zweifeln. „Auf einer viel befahrenen Straße wie der Augusta­straße halte ich den Verzicht auf einen gesonderten Radweg bedenklich, wenn nicht sogar gefährlich. Ich als Radfahrer bin dankbar für jeden gut ausgebauten und gepflegten Radweg“, schreibt die Leserin. Günter Schüller kommentiert, dass er im Kreisverkehr Luisen-/Katharinenstraße selbst schon einige Male beinahe „vom Rad geholt“ worden wäre. Rücksichtnahme sei heutzutage wenig vorhanden. Deren Fehlen bemängelt ein Nutzer aber auch bei Radfahrern, die in der Diskussion über die Verkehrssituation auf der Augustastraße nicht so tun sollten, als seien sie immer vorausschauend unterwegs.

Ein anderer Kommentator übt Kritik an festgefahrenen Positionen auf beiden Seiten: „Ist eigentlich egal, welche ,Lösung’ man wählt. Wir haben so oder so zu viele Verkehrsteilnehmer, die sich einen Dreck um andere scheren und für 20 Meter noch mal Vollgas geben müssen, um den Frust vom letzten Zebrastreifen zu verarbeiten. Auch Hupen ist als Aggressionsabbau voll im Trend“, schreibt der Nutzer. „Genauso Fußgänger und Radfahrer, die stur ihren Weg fahren/gehen, ohne auch nur daran zu denken, dass sie sterben könnten, wenn man sie übersieht.“

Dass alle Verkehrsteilnehmer aufmerksamer unterwegs sein sollten, mahnt auch ein anderer Leser an. „Da in Deutschland an jeder Kreuzung die Ampel den Verkehr regelt, schaut keiner mehr nach links und rechts. Der Kreisverkehr ist die ,beste Alternative’, Rücksichtnahme im Straßenverkehr wieder neu zu entdecken.“