Dinslaken: The Rumours lassen es wieder krachen

Die Dinslakener Band The Rumours auf ihrer Tour durch China, August 2011
Die Dinslakener Band The Rumours auf ihrer Tour durch China, August 2011
Foto: privat
Vier Jahre nach ihrem Debütalbum „From the corner into your ear“ erschien jetzt „That’s right you’re wrong“.

Dinslaken..  The Rumours lassen es wieder krachen. Vier Jahre nach ihrem Debütalbum „From the corner into your ear“ erschien am letzten Freitag „That’s right you’re wrong“.

Richtig, bei diesem Album kann man falsch liegen. Wenn man nämlich glaubt, dass das stets etwas ominöse zweite Album einer Band zwangsläufig in den Fahrwasssern eines eingängigen und erfolgreichen Debüts in den seichten Gewässern der Kommerzialität auf Grund laufen muss. Nichts da. Der neue Silberling der Rumours hat Ecken und Kanten, ist rau und ungeschliffen. Das zeugt nicht allein von musikalischer Entwicklung und einer reifen Einstellung zum eigenen Anspruch, sondern auch von einer Liebe zur Musikalität, die keine Kompromisse kennt.

Was da äußerst rockig aus den Boxen kommt, ist zeitloser Rock, Beat und Blues. „Wir wollen keine typische Indieband sein“, so Sänger Sascha. Denn Independent ist schon lange nicht mehr ein Hinweis auf Unabhängigkeit vom Mainstream, sondern ein Etikett für Musik, die immer tiefer in poppigen Gefilden dahinschippert. „That’s right you’re wrong“ erinnert dagegen nicht nur in der farblichen Covergestaltung an das Weiße Album der Beatles. Viele Songs kommen mit der unbekümmerten Wucht von „Helter Skelter“ daher.

Viel ist seit der Veröffentlichung des Debüts geschehen, die Rumours traten in Schweden und Frankreich auf, spielten vor mehreren 10 000 Rockfans in China. Aber auch innerlich traten sie nicht auf der Stelle. „Wir empfinden uns heute als bessere Musiker“, sagt Gitarrist Niels, „wir haben uns mehr gefunden“, meint Sascha. Dies schlägt sich zwangsläufig auf das Songwriting nieder. Und bedeutet, dass Äußerlichkeiten wie die Vier-Minuten-Songdauerregel den Rumours heute herzlich egal sind. Was musikalisch gesagt werden will, wird gesagt. Ohne Blick auf die Uhr.

Die musikalische Kompromisslosigkeit findet auch im Visuellen ihre Entsprechung. Den Hochglanzfotos mit ausgetüfteltem Artwork und coolen Posen des Debüts folgt nun ein Cover, das eine einfache, Schwarz auf Weiß gezeichnete optische Illusion ist. Und im Booklet selbst gibt’s Fotos von den Touren der letzen Jahre. Auf der Bühne und Backstage, ungestellt und authentisch. Wie das Foto aus Dominics Hotelzimmer in China, das seine Bandkollegen im Stil von Ai Weiweis Stuhl-Installationen auf erstaunliche Weise umdekorierten...

Im Januar live im Druckluft

Nichts geändert hat sich in den Freundschaften der Rumours vor Ort. Auch wenn das Studium Sascha und Dominic nach Köln verschlug, das Quartett teilt sich nach wie vor den Proberaum mit der alten Beat-Connection. Am 23. Januar treten The Rumours geeinsam mit The Fous und den Humming Birds von Penny Pinchers-Sänger Paddy im Oberhausener Druckluft auf, zuvor wird am 19. Dezember im gemeinsamen Proberaum Release-Party gefeiert.

„That’s right you’re wrong“ erschien by handmade im Vertrieb von 8 o’clock Records, die Songs sind im BMG Rights Management verlegt. Das Album gibt’s als CD oder bei i-tunes und Amazon digital.

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