Dinslaken: Neues Leben im alten Kasino

Das „Alte Kasino“ ist schon fast fertig: Anna Gathmann eröffnet am 7. März ein Restaurant in Lohberg.
Das „Alte Kasino“ ist schon fast fertig: Anna Gathmann eröffnet am 7. März ein Restaurant in Lohberg.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Anna Gathmann eröffnet am 7. März in Lohberg ein Restaurant. Die 27-Jährige setzt dabei auf regionale Küche und Ruhrpott-Gerichte

Dinslaken..  Eigentlich hatte Anna Gathmann die Idee, ein vegetarisches Restaurant zu eröffnen. Doch als sie die Räumlichkeiten im Kasino Lohberg besichtigte, war ihr klar, dass in dieses Lokal nur etwas anders passt: „Wir müssen hier etwas mit Ruhrpott machen“. Gesagt, getan: Am 7. März eröffnet die gebürtige Hattingenerin das Restaurant „Altes Kasino“ an der Hünxer Straße, das nicht nur durch den Blick auf das ehemalige Bergwerk und den Förderturm, sondern auch durch das Speisenangebot Ruhrgebiets-Charme verbreitet.

Die Lage direkt gegenüber der Zeche und die Geschichte des Hauses boten dieses Konzept an. Das Restaurant befindet sich im Erdgeschoss in einem Bereich, in dem früher die Angestellten und Steiger verkehrten (Beamtenkasino). Nebenan tranken die Arbeiter des „Pütt“ ihr Bier. Die obere Etage war für die Direktoren und ihre Gäste reserviert.

Anna Gathmann und ihr kleines Team haben das Restaurant in Anlehnung an alte Zeiten gestaltet: Dunkle Holzböden und -tische, Holzverkleidung an den Wänden, historische Accessoires wie Kauenkörbe - und ein großer Leuchter, der aus einem handgeschmiedeten Zahnkranz besteht.

Der lagerte im Keller. Ebenso wie ein schöner, alter Herd. Auch den will die 27-Jährige für ihr Restaurant nutzen.

In die Gastronomie fand Anna Gathmann, die früher Sozialarbeiterin war, über einen Nebenjob. Der hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie sich entschloss, eine Ausbildung zur Köchin zu absolvieren. „Ich arbeite lieber praktisch mit den Händen“, sagt die 27-Jährige, die in Friedrichsfeld lebt. „Ich habe festgestellt, dass ich das einfach gerne mache“, sagt sie über die Gastronomie. Ihre Lehrzeit verbrachte sie unter anderem im Haus Elmer in Marienthal.

Von der Idee mit der regionalen und Ruhrpott-Küche ist sie überzeugt - und sie hat gemeinsam mit ihrem Team schon die Speisekarte zusammengestellt: Darauf finden sich zum Beispiel Gerichte wie „Ruhrpotttapas“ (mit Schinkenmettwurst, Frikadellen und Blutwurst), „Himmel und Erde“, „Ragout vom Walsumer Rheinwiesenlamm“ oder „Westfälischer Pfefferpotthast“ mit Brotsauce.

Die Ideen wurden beim Blättern in alten Kochbüchern gesammelt - aber nicht eins zu eins übernommen, sondern „in eine zeitgemäße Form gebracht“, wie die Pächterin erklärt. Die Currywurst mit hausgemachter Sauce gibt’s sogar als vegetarische Variante - auch die Chefin isst am liebsten vegetarisch. „Wir werden die Karte auch häufiger umstellen, denn wir wollen uns der Saison anpassen“, hat sie sich vorgenommen.

42 Plätze gibt’s im Inneren des „Alten Kasino“, im Sommer nochmals 50 bis 60 Plätze im Garten. Am 7. März geht’s los mit einem Buffet - und dabei soll natürlich auch „Pott-Küche“ auf den Tisch kommen.

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